Monika Schaffner von der Hochschule München wertet die Entwicklung als positiven Trend, aber noch nicht als Trendwende.
Die endgültigen Ergebnisse hatte das Statistische Bundesamt bereits im Juli veröffentlicht. Danach schlossen 2025 rund 63.900 Menschen einen neuen Ausbildungsvertrag zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann ab und befanden sich am Jahresende noch in Ausbildung. Zum dritten Mal in Folge begannen damit mehr Menschen eine Pflegeausbildung als im Vorjahr. Diese Neuverträge sind jedoch nicht mit dem gesamten Ausbildungsbestand von knapp 157.200 Personen gleichzusetzen.
Unklar bleibt, auf welche Ausbildungsberufe und Vergleichsgröße sich das von BR24 genannte Plus von fast zehn Prozent bezieht. Deshalb ist dieser Wert nicht unmittelbar mit dem amtlichen Zuwachs von sieben Prozent vergleichbar. Schaffner, Professorin an der Hochschule München und dort für Pflegewissenschaft zuständig, nennt zusätzlich ein Plus von 13 Prozent bei den Pflegefachhelfern. Die Entwicklung müsse sich aus ihrer Sicht in den kommenden Jahren fortsetzen. Als Knackpunkte nennt sie Arbeitsbedingungen, Überlastung, Bezahlung und Anerkennung.
Auch bei den Ausbildungsabbrüchen gibt es laut BR24 Fortschritte: Die Quote ist gesunken, noch jeder Vierte beendet die Ausbildung vorzeitig. Das entspreche anderen Ausbildungsberufen. Allerdings steigen auch später viele Pflegekräfte wieder aus dem Beruf aus. Der größere Ausbildungsbestand kann Arbeitgebern daher zwar mehr potenziellen Nachwuchs bringen; wie viele dieser Menschen langfristig als Pflegekräfte zur Verfügung stehen, bleibt offen.