Erfahrene Mitarbeiter mit alten Verträgen verdienen nach Darstellung der Vorsitzenden Birgit Seidl teils weniger als Neueingestellte; in einem von ihr genannten Fall betrug die Differenz 700 Euro im Monat.
Wie die „Kronen Zeitung“ berichtet, stellte Seidl die Forderung bei einer Betriebsversammlung. Der Widerstand aus den Tirol Kliniken könne sich auf ganz Tirol ausweiten. Nach ihrer Darstellung betrifft die Benachteiligung nicht nur Spitäler, sondern auch Pflegeheime.
Das Land Tirol führte nach eigenen Angaben im Landesdienst 2015 und im Gemeindebereich 2020 ein neues Entlohnungssystem ein. Beschäftigte mit Altverträgen konnten befristet auf Antrag wechseln. Vielen sei davon abgeraten worden, weil die neuen Bedingungen damals schlechter gewesen seien, sagt Seidl. Als das Land 2025 die Neuverträge verbesserte, bestand die Wechselmöglichkeit nicht mehr. Offen bleibt, welche Regeln wann konkret geändert wurden, welche Berufsgruppen betroffen waren und welche Vorschrift einen erneuten Wechsel ausschloss.
Ein Teilnehmer der Betriebsversammlung berichtete von Kollegen, die deshalb über eine Kündigung nachdächten: Bei einer Wiederanstellung mit neuem Vertrag würden sie finanziell deutlich besser dastehen als mit ihrem bisherigen Vertrag.
Eine generelle gesetzliche Überführung aller Beschäftigten sei derzeit nicht vorgesehen, erklärte Gesundheitslandesrätin Cornelia Hagele. Offen ist zudem, wie viele Beschäftigte in Kliniken und Pflegeheimen noch im Altsystem sind, wie viele tatsächlich weniger verdienen, welche Pflegeheime betroffen sind und welche Differenzen typisch sind. Die 700 Euro beziehen sich auf einen von Seidl genannten Einzelfall.