1.345 Bezieher mehr als im Vorjahr
Im Jahr 2024 waren in Sachsen 23.910 Menschen auf „Hilfe zur Pflege“ angewiesen. 2025 lag die Zahl bei 25.255. Das entspricht einem Zuwachs um 1.345 Menschen oder rund 5,6 Prozent. Die Angaben gehen aus einer Kleinen Anfrage der Linke-Politikerin Susanne Schaper im sächsischen Landtag hervor, über die die Deutsche Presse-Agentur berichtet.
Nach Darstellung Schapers unterstützt die Sozialleistung Menschen, deren Rente und Vermögen nicht ausreichen, um die Pflegekosten zu decken, und deren Ehepartner oder Familie nicht einspringen können. Im Jahr 2005 bezogen 13.484 Menschen in Sachsen „Hilfe zur Pflege“.
Systemänderung erschwert langfristige Einordnung
Bei langfristigen Vergleichen ist eine Systemänderung zu berücksichtigen: Mit dem Zweiten Pflegestärkungsgesetz wurde der Pflegebedürftigkeitsbegriff zum 1. Januar 2017 neu definiert. Seitdem steht der Verlust der Selbstständigkeit insgesamt stärker im Mittelpunkt und nicht mehr fast ausschließlich der körperliche Unterstützungsbedarf.
Eigenanteil im Pflegeheim bei rund 3.152 Euro
Einen stationären Kostenkontext liefern Angaben des Verbands der Ersatzkassen. Danach stieg der monatliche Eigenanteil im Pflegeheim in Sachsen zum 1. Juli 2026 im ersten Aufenthaltsjahr auf rund 3.152 Euro.
Der Betrag von 3.151,60 Euro setzte sich in dem dargestellten Kostenmodell aus 1.815,60 Euro Pflegeanteil nach dem Leistungszuschlag, 881 Euro für Unterkunft und Verpflegung sowie 455 Euro Investitionskosten zusammen.
Dieser Wert beschreibt die finanzielle Belastung im Pflegeheim im ersten Aufenthaltsjahr. Er belegt nicht, dass der Anstieg bei der „Hilfe zur Pflege“ allein durch Heimkosten verursacht wurde. Die Zahl von 25.255 erfasst die Bezieher der Sozialleistung.
Schaper fordert Begrenzung der Eigenanteile
Schaper warnte, es dürfe auch nach langer Erwerbsbiografie und mit guter Rente nicht zur Regel werden, dass Heimbewohner das Sozialamt benötigen. Sie fordert, dass Sachsen sich auf Bundesebene für eine Deckelung der Eigenanteile einsetzt.
Zudem will Schaper die Pflegeversicherung zu einer Pflegevollversicherung umbauen, in die alle einzahlen sollen. Menschen mit hohen Einkommen und Vermögen sollen nach ihrem Modell stärker beitragen. Dazu gehört auch, Bruttojahreseinkommen über 69.750 Euro zur Finanzierung heranzuziehen.
