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Finanzen und Versicherung
04.10.2026
Bund erwägt stärkere Beteiligung von Kindern an Heimkosten
Die Bundesregierung erwägt, erwachsene Kinder wieder stärker an den Heimkosten ihrer Eltern zu beteiligen. Konkrete Pläne gibt es noch nicht.
Die Bundesregierung erwägt, erwachsene Kinder wieder stärker an den Heimkosten ihrer Eltern zu beteiligen. Konkrete Pläne gibt es noch nicht.
Die stark steigenden Pflegekosten verunsichern zunehmend auch Familien aus der Mittelschicht. Nach einem Bericht von „Welt“ erwägt die Bundesregierung, erwachsene Kinder künftig wieder stärker an den Heimkosten ihrer Eltern zu beteiligen. Damit könnte die bisherige finanzielle Entlastung von Angehörigen teilweise zurückgenommen werden. Konkrete Pläne oder Einkommensgrenzen wurden zunächst nicht genannt.
Suizidprävention: Offenes Nachfragen kann Leben retten
Sterbewünsche bleiben oft unausgesprochen. Offenes Nachfragen und klare Abläufe in Hausarztpraxen können gefährdete Menschen schützen und Leben retten.
Sterbewünsche bleiben oft unausgesprochen. Offenes Nachfragen und klare Abläufe in Hausarztpraxen können gefährdete Menschen schützen und Leben retten.
Sterbewünsche und Suizidalität werden häufig nur indirekt geäußert. Umso wichtiger sei es, betroffene Menschen gezielt und offen darauf anzusprechen, berichteten Dr. Sandra Blumenthal-Beier und Kerstin Petermann beim Bundesfortbildungskongress für Allgemeinmedizin in Berlin. Nachfragen sei eine zentrale Form der Suizidprävention. Hausarztpraxen könnten zudem mit klar geregelten Abläufen Sicherheit im Umgang mit gefährdeten Patientinnen und Patienten schaffen. Grundlage könne dabei das BELLA-Konzept sein, wie die „Ärzte Zeitung“ berichtet.
Wirtschaftsweise fordert mehr Eigenanteil bei Pflegekosten
Wirtschaftsweise Monika Schnitzer kritisiert die Pflegereform als nicht nachhaltig und fordert höhere Eigenanteile sowie das Aus für Heimzuschläge.
Wirtschaftsweise Monika Schnitzer kritisiert die Pflegereform als nicht nachhaltig und fordert höhere Eigenanteile sowie das Aus für Heimzuschläge.
Die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer hält die beschlossene Pflegereform für nicht nachhaltig. Statt die Finanzierung vor allem durch höhere Beiträge zu sichern, müsse die Pflegeversicherung stärker auf hohe Pflegerisiken begrenzt werden, berichtet FOCUS online. Menschen mit ausreichendem Einkommen und Vermögen sollten mehr Pflegekosten selbst tragen, Bedürftige gezielt staatliche Hilfe erhalten. Einen pauschalen Pflegedeckel lehnt Schnitzer ab. Zudem fordert sie, den Leistungszuschlag für Heimbewohner abzuschaffen.
Koalition beschließt ersten Schritt zur Pflegereform
Die Koalition will die Finanzierungslücke der Pflegeversicherung 2027 schließen: Kinderlose zahlen mehr, pflegende Angehörige behalten volle Rentenpunkte.
Einordnung: Die Koalition beschließt erste Maßnahmen: Beiträge für Kinderlose steigen, volle Rentenpunkte bleiben erhalten und eine Finanzierungskommission wird eingesetzt.
Vorher: „Pflegereform 2027: Elf Milliarden zur Stützung der Versicherung“ (04.06.2026)
Die Koalition will die Finanzierungslücke der Pflegeversicherung 2027 schließen: Kinderlose zahlen mehr, pflegende Angehörige behalten volle Rentenpunkte.
Die schwarz-rote Koalition hat einen ersten Schritt zur Pflegereform beschlossen. Damit soll laut Kanzleramtschefin Nina Warken (CDU) die Finanzierungslücke der Pflegeversicherung im kommenden Jahr geschlossen werden. Der Beitrag für Kinderlose steigt, pflegende Angehörige behalten ihre vollen Rentenpunkte. Eine Kommission soll Vorschläge für eine langfristig tragfähige Finanzierung erarbeiten. Warken forderte im ZDF, weitere Reformen schneller und geräuschloser umzusetzen.
Gesundheitspolitik und Versorgungssysteme
04.10.2026
Pflegeforscher fordern Kurswechsel in der Altenpflege
Pflegeforscher fordern einen Kurswechsel: Mehr Prävention, quartiersnahe Angebote und bessere Verzahnung sollen die Selbstständigkeit im Alter stärken.
Pflegeforscher fordern einen Kurswechsel: Mehr Prävention, quartiersnahe Angebote und bessere Verzahnung sollen die Selbstständigkeit im Alter stärken.
Rund 800.000 Pflegebedürftige leben in Deutschland im Heim, bis 2040 könnten es knapp eine Million sein. Pflegeforscher fordern laut MDR einen Kurswechsel hin zu Prävention, Quartiersnähe und Selbstständigkeit. Dänemark und Schweden stärken die häusliche Versorgung, Japan verbindet Kinder- und Altenpflege, die Niederlande setzen auf Demenzdörfer, Pflegehöfe und selbstorganisierte Pflegeteams. Deutschland müsse zudem Versorgungslücken nach Klinikaufenthalten schließen und Pflege, Medizin sowie Therapie besser verzahnen.
Erhöhung der Pflegebeiträge: Mehrkosten für Kinderlose und Gutverdiener
Die Bundesregierung plant höhere Pflegebeiträge, die vor allem Kinderlose und Gutverdiener betreffen, um eine milliardenschwere Finanzlücke zu schließen.
Einordnung: Neu sind konkrete Beitragssätze, die Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze und eine geplante Beteiligung von Minijob-Arbeitgebern.
Vorher: „Pflegeversicherung: Änderungen und höhere Beiträge geplant“ (01.08.2026)
Die Bundesregierung plant höhere Pflegebeiträge, die vor allem Kinderlose und Gutverdiener betreffen, um eine milliardenschwere Finanzlücke zu schließen.
Die Bundesregierung plant eine Erhöhung der Beiträge zur Pflegeversicherung, um eine milliardenschwere Finanzlücke zu schließen. Laut Angaben von BR24 sollen insbesondere Kinderlose und Menschen mit hohem Einkommen mehr zahlen. Der Beitragssatz für kinderlose Arbeitnehmer wird von 4,2 auf 4,5 Prozent erhöht, was bei einem Einkommen von 5.000 Euro monatlich eine Steigerung um 15 Euro bedeutet. Zusätzlich wird die Beitragsbemessungsgrenze auf 6.375 Euro im Monat angehoben, wodurch Gutverdiener bis zu 17 Euro mehr monatlich zahlen. Arbeitgeber von Minijobbern sollen ebenfalls zukünftig zur Kasse gebeten werden.
Welt-Alzheimertag 2026: Fokus auf generationenübergreifendem Verständnis
Am Welt-Alzheimertag 2026 wird generationsübergreifendes Verständnis gefördert, um Demenz ins gesellschaftliche Bewusstsein zu rücken.
Am Welt-Alzheimertag 2026 wird generationsübergreifendes Verständnis gefördert, um Demenz ins gesellschaftliche Bewusstsein zu rücken.
Jedes Jahr wird am 21. September der Welt-Alzheimertag begangen, ein Anlass, der weltweit über Demenz sowie die Lebensumstände der Betroffenen und ihrer Angehörigen aufklären soll. Für 2026 hat sich die Woche der Demenz vom 21. bis 27. September das generationenübergreifende Verständnis des Themas zum Ziel gesetzt. Laut Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) nehmen zahlreiche Akteure der Nationalen Demenzstrategie an der bundesweiten Aktionswoche teil, um mit Veranstaltungen und Aktionen das Thema ins öffentliche Bewusstsein zu rücken und Informationen zu bieten. Bundesfamilienministerin Karin Prien betonte die signifikante Betroffenheit von rund 1,8 Millionen Menschen in Deutschland und ihrer Angehörigen, insbesondere aus der familiären Umgebung wie Partner, Kinder und Enkelkinder. Unter dem Motto "Demenz - (k)eine Frage des Alters" engagiert sich das BMFSFJ durch Angebote für alle Altersgruppen auf der Plattform "Wegweiser Demenz" und weiteren Materialien, um Betroffenen und deren Angehörigen Orientierung und Unterstützung zu bieten.
SPD fordert Solidarbeitrag zur Rettung der Pflegeversicherung
SPD drängt auf Solidarbeitrag für Pflegeversicherung, um drohendes Milliarden-Defizit abzuwenden. Auch Privatversicherte sollen sich beteiligen.
SPD drängt auf Solidarbeitrag für Pflegeversicherung, um drohendes Milliarden-Defizit abzuwenden. Auch Privatversicherte sollen sich beteiligen.
Die gesetzliche Pflegeversicherung steht vor einer immensen finanziellen Herausforderung: Im kommenden Jahr wird ein Defizit von fast acht Milliarden Euro erwartet, das bis 2029 auf 17 Milliarden Euro anwachsen könnte. Während ein Koalitionsstreit die Regierung spaltet, drängt die SPD auf erhöhte Leistungen, finanziert durch einen neuen Solidarbeitrag, den auch Privatversicherte zahlen sollen. Diese müssten entweder zusätzliche Prämien entrichten oder ihre angesparten Altersrückstellungen ins gesetzliche System einbringen, sollten sie wechseln. Diese Maßnahmen stoßen jedoch auf verfassungsrechtliche Bedenken. Dietrich Creutzburg wies in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" darauf hin, dass renommierte Verfassungsrechtler einen Eingriff in die Privatversicherungen als unzulässig betrachten. Dennoch bleibt die Problematik bestehen: Die demografische Belastung der sozialen Pflegeversicherung erfordert dringende Lösungen.
Beeren, Kaffee und Nüsse: Mögliche Helfer im Kampf gegen Demenz
Beeren, Kaffee und Nüsse könnten laut Studien helfen, das Demenzrisiko zu senken, doch erfolgreiche Therapiefortschritte bleiben rar.
Beeren, Kaffee und Nüsse könnten laut Studien helfen, das Demenzrisiko zu senken, doch erfolgreiche Therapiefortschritte bleiben rar.
Bestimmte Lebensmittel könnten das Risiko, an Demenz zu erkranken, senken, wie aus Studien hervorgeht. Dies betrifft insbesondere Beeren, Kaffee und Nüsse. Gleichzeitig gibt es jedoch auch Enttäuschungen, da nicht alle erhofften Wirkungen der angeblich positiven Lebensmittel eingetreten sind. Während die Therapieerfolge bei Herzkrankheiten, Krebs oder rheumatischen Erkrankungen signifikant gestiegen sind, blieben die Fortschritte bei der Behandlung von Demenz trotz jahrzehntelanger Forschung vergleichsweise bescheiden. Daher liegt der Schwerpunkt verstärkt auf der Prävention, um den geistigen Abbau möglichst langfristig aufzuhalten oder zu verhindern. (Quelle: F.A.Z.)
Gesundheitspolitik und Versorgungssysteme
03.10.2026
Neue STIKO-Regel: COVID-Auffrischung ab 75 beeinflusst Abrechnung
Die STIKO empfiehlt COVID-Auffrischungen erst ab 75. Ärzte müssen neue Abrechnungsregeln beachten, um Abrechnungsfehler zu vermeiden.
Einordnung: Neu sind konkrete Abrechnungsvorgaben: Impfungen und Impfstoffe können je nach Fall als Selbstzahlerleistung verbucht werden.
Vorher: „STIKO: Corona-Impfungen für Kassenpatienten ab 75 Jahren gedeckt“ (03.09.2026)
Die STIKO empfiehlt COVID-Auffrischungen erst ab 75. Ärzte müssen neue Abrechnungsregeln beachten, um Abrechnungsfehler zu vermeiden.
Die Überarbeitung der STIKO-Empfehlung zum Schutz vor COVID-19 bringt neue Maßgaben für die Abrechnung mit sich. Die Empfehlung sieht Auffrischungsimpfungen erst ab einem Alter von 75 Jahren vor. Ärzte müssen nun beachten, wann Impfungen und möglicherweise auch Impfstoffe als Selbstzahlerleistung verbucht werden sollen. Diese Änderungen wirken sich unmittelbar auf die Praxisführung aus, da damit auch neue Abrechnungsregeln verknüpft sind. Es ist von zentraler Bedeutung, dass die Anbieter im Gesundheitswesen die neuen Regelungen genau verstehen und korrekt umsetzen, um Abrechnungsfehler zu vermeiden. Diese Informationen sind insbesondere für Praxismanager und Ärzte relevant, um ihre wirtschaftliche Praxisführung den gesundheitspolitischen Neuerungen anzupassen. Quellenangabe: aerztezeitung.de.
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