Margitta Schöne-Büttner, Betreiberin eines Pflegeunternehmens in Berlin, beklagt die Missstände in der Pflegebranche und fordert ein neues Pflegesystem. Sie beschreibt bei einer Anhörung ihre täglichen Herausforderungen: Während die Plätze in ihrem Heim stets belegt sind, verzögert Bürokratie die Aufnahme weiterer Bedürftiger. Trotz Kosten von bis zu 5000 Euro pro Monat, die häufig die Rente und Ersparnisse der Bewohner verschlingen, biete die gesetzliche Pflegeversicherung nicht genug Unterstützung, berichtet der Tagesspiegel.
Pflegekosten: Private Zusatzversicherung oft vernachlässigt
Trotz hoher Pflegekostenängste haben nur wenige Deutsche eine Pflegezusatzversicherung. Die gesetzliche Versicherung reicht oft nicht, private Vorsorge wird wichtiger.
Trotz hoher Pflegekostenängste haben nur wenige Deutsche eine Pflegezusatzversicherung. Die gesetzliche Versicherung reicht oft nicht, private Vorsorge wird wichtiger.
Viele Menschen fürchten, pflegebedürftig zu werden und die hohen Heimkosten nicht tragen zu können. Trotz dieser Ängste hat nur ein geringer Teil der Deutschen eine private Pflegezusatzversicherung abgeschlossen. Die gesetzliche Pflegeversicherung deckt nicht alle anfallenden Kosten ab. Falls die Rücklagen eines Pflegebedürftigen nicht ausreichend sind, springt das Sozialamt ein. Schon heute liegt der Anteil der Heimbewohner, die Unterstützung zur Pflege benötigen, bei fast 30 Prozent. Eine private Vorsorge wird daher immer notwendiger. Pflegezusatzversicherungen bieten eine Option, aber es fehlen Anreize zur Vorsorge. Eine staatliche Unterstützung könnte helfen, die finanzielle Lücke zu schließen und den Menschen Sicherheit zu geben. Quelle: F.A.Z.
Deutscher Pflegerat fordert eigenständige Rolle der Pflege im Gesundheitssystem
Deutscher Pflegerat fordert eigenständige Rolle der Pflege im Gesundheitssystem: Pflegekräfte wie APNs und CHNs sollen zentral in das Primärversorgungssystem integriert werden.
Deutscher Pflegerat fordert eigenständige Rolle der Pflege im Gesundheitssystem: Pflegekräfte wie APNs und CHNs sollen zentral in das Primärversorgungssystem integriert werden.
In einem am 7. April 2026 veröffentlichten Positionspapier fordert der Deutsche Pflegerat (DPR), dass das geplante Primärversorgungssystem der Koalition die Pflege nicht nur als Assistenz betrachtet, sondern ihr eine eigenständige Rolle einräumt. Christine Vogler, die Präsidentin des Pflegerats, unterstreicht die Bedeutung der Integration von Pflegekräften wie Advanced Practice Nurses (APN) und Community Health Nurses (CHN) in das System. Diese Berufsgruppen verfügen über hohe pflegefachliche Expertise und erweiterte Kompetenzen, die über delegierte Aufgaben hinausgehen. Der DPR warnt, ungenutzte Potenziale dieser Berufe könnten die Gesundheitsversorgung schwächen und hohe Folgekosten verursachen. Der Gesetzesrahmen in Deutschland hat sich inzwischen weiterentwickelt, hin zu einer funktionalen Substitution heilkundlicher Tätigkeiten, was bei der Systemeinführung berücksichtigt werden müsse, so die Quelle (aerztezeitung.de).
Pflegepraxis, Organisation und Innovation
07.04.2026
Pflege-Wohngemeinschaften: Innovative Alternative zum klassischen Heim
Pflege-Wohngemeinschaften bieten als innovative Wohnform für Ältere eine Alternative zum Heim mit finanzieller Unterstützung der Pflegekassen.
Pflege-Wohngemeinschaften bieten als innovative Wohnform für Ältere eine Alternative zum Heim mit finanzieller Unterstützung der Pflegekassen.
Pflege-Wohngemeinschaften stellen eine innovative Wohnform für ältere und pflegebedürftige Menschen dar, die dem klassischen Heim eine Alternative bietet. Diese Wohngemeinschaften gibt es in anbieterorganisierter und selbstorganisierter Form. Die Organisierungsart beeinflusst, welche Gesetze gelten und wie die Wohngemeinschaft verwaltet wird. Vertragsregelungen sind von großer Wichtigkeit, da mehrere Verträge wie Mietverträge, Verträge für Präsenzkräfte sowie Pflegedienstverträge notwendig sind. Die Pflegekasse unterstützt solche Gemeinschaften mit Zuschüssen. Pflegebedürftige, die eine Wohngemeinschaft gründen, erhalten eine einmalige Förderung von 2.613 Euro sowie Zuschüsse für notwendige Umbaumaßnahmen. Der Wohngruppenzuschlag, der bei Erfüllung bestimmter Kriterien gezahlt wird, beläuft sich auf monatlich 224 Euro pro Person. Die finanzielle Unterstützung durch die Pflegekasse hilft dabei, diese Wohnmodelle attraktiver zu gestalten und zu etablieren. (Quelle: Verbraucherzentrale)
„Pflegekräfte in Digitalisierung einbinden, um Frustration zu vermeiden“
Digitalisierungsprojekte brauchen Pflegekräfte: Michaela Hansen von Imprivata betont, ihre Einbindung vermeidet Frustration und schafft praxisgerechte Systeme.
Digitalisierungsprojekte brauchen Pflegekräfte: Michaela Hansen von Imprivata betont, ihre Einbindung vermeidet Frustration und schafft praxisgerechte Systeme.
Michaela Hansen, Clinical Workflow Specialist bei Imprivata, fordert, Pflegekräfte verstärkt in Digitalisierungsprojekte einzubinden, um deren Frustration und „Digitization Fatigue“ zu vermeiden, berichtet medinfoweb.de. Praxisgerechte und nutzerfreundliche Systeme könnten den Arbeitsalltag erleichtern, sofern sie unter Einbeziehung der Pflegekräfte entwickelt werden. Hansen betont, dass durch neue Aufgabenfelder im Pflegebereich die Befähigung zur Beurteilung digitaler Tools gestiegen sei. Nur eine enge Zusammenarbeit von Pflege, Medizin und IT schaffe laut Hansen echten Mehrwert.
Bessere Arzneimittelsicherheit für höhere Lebensqualität in Altenheimen
Die Fachzeitschrift "Altenpflege" beleuchtet, wie mehr Arzneimittelsicherheit die Lebensqualität in Altenheimen durch bessere Medikationssysteme steigern kann.
Die Fachzeitschrift "Altenpflege" beleuchtet, wie mehr Arzneimittelsicherheit die Lebensqualität in Altenheimen durch bessere Medikationssysteme steigern kann.
Die Fachzeitschrift "Altenpflege" thematisiert in ihrer aktuellen Ausgabe die Bedeutung der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) in der Altenpflege. Viele Bewohner:innen von Pflegeeinrichtungen nehmen zahlreiche Medikamente ein, deren Nebenwirkungen oft missinterpretiert werden, was einen Teufelskreis auslöst. Aufgrund struktureller Defizite und Wissenslücken ist AMTS bekanntermaßen lückenhaft umgesetzt. Die Zeitschrift hebt hervor, dass durch verstärkte Sensibilisierung und die Einführung sicherer Medikationssysteme die Lebensqualität der Bewohner:innen erhöht werden kann (www.altenpflege-online.net).
Ein neuer Bluttest könnte den Alzheimer-Ausbruch präzise vorhersagen und damit präventive Maßnahmen frühzeitig ermöglichen. Erste Ergebnisse zeigen altersabhängige Zeitfenster bis zum Symptombeginn.
Ein neuer Bluttest könnte den Alzheimer-Ausbruch präzise vorhersagen und damit präventive Maßnahmen frühzeitig ermöglichen. Erste Ergebnisse zeigen altersabhängige Zeitfenster bis zum Symptombeginn.
Basierend auf einer Meldung der aerztezeitung.de könnte ein neuer Bluttest zur Vorhersage des Ausbruchs von Alzheimer beitragen. Der Test konzentriert sich auf das Protein pTau, und erste Modellrechnungen zeigen, dass bei einem positiven Ergebnis im Alter von 60 Jahren der Beginn einer Demenz in etwa 21 Jahren zu erwarten ist. Für 70-Jährige verbleiben somit 17 Jahre bis zum möglichen Auftreten von Symptomen, während 90-Jährige lediglich noch 5 Jahre haben könnten. Diese Kalkulationen basieren auf kontinuierlich gesammelten Blutuntersuchungen und machen deutlich, wie sehr die verbleibende Zeit bis zum Symptombeginn vom Alter beeinflusst wird. Die Ergebnisse legen nahe, dass präventive Maßnahmen und Vorsorgeuntersuchungen noch frühzeitiger in Betracht gezogen werden sollten, um Betroffenen und ihren Angehörigen wertvolle Zeit für die Vorbereitung auf eine mögliche Krankheitsentwicklung zu bieten.
Neues Gesetz soll Pflegeberufe entlasten, Wirksamkeit umstritten
Neues Gesetz zur Entlastung der Pflegeberufe führt zu kontroversen Debatten über Bürokratieabbau und dessen tatsächliche Wirksamkeit.
Neues Gesetz zur Entlastung der Pflegeberufe führt zu kontroversen Debatten über Bürokratieabbau und dessen tatsächliche Wirksamkeit.
Das neue Gesetz zur Entbürokratisierung in der Pflege soll die Attraktivität der Pflegeberufe steigern, indem es die Dokumentationspflichten auf ein notwendiges Maß reduziert. Kritiker bezweifeln jedoch dessen Wirksamkeit. Laut einer Studie des Deutschen Krankenhausinstituts nimmt die Bürokratie erheblich Zeit in Anspruch, die der Patientenversorgung fehlt. Prognosen zufolge könnte der Mangel an Pflegekräften bis 2030 auf eine halbe Million ansteigen. Die Gewerkschaft Verdi betont, dass Regulierungen wichtig für den Schutz von Patienten und Personal sind. (Quelle: www.kreiszeitung.de)
Frühzeitige Hörgeräte-Nutzung kann Demenzrisiko mindern
Frühe Hörgeräte-Nutzung senkt Demenzrisiko: Studie zeigt, dass Menschen mit frühzeitigem Einsatz seltener an Demenz erkranken.
Frühe Hörgeräte-Nutzung senkt Demenzrisiko: Studie zeigt, dass Menschen mit frühzeitigem Einsatz seltener an Demenz erkranken.
Eine aktuelle prospektive Analyse der Framingham Heart Study, berichtet von aerztezeitung.de, zeigt auf, dass Menschen mit einem Hörverlust, die vor ihrem 70. Lebensjahr ein Hörgerät nutzen, signifikant seltener an Demenz erkranken. Diese Ergebnisse verdeutlichen die Notwendigkeit früher Interventionen in der Hörgeräteversorgung, um potenzielle Risiken der Demenz in verschiedenen Altersgruppen zu mindern.
Differenzialdiagnose bei Schulterschmerzen: Experten setzen auf Struktur
Experten fordern eine strukturierte Differenzialdiagnose bei Schulterschmerzen, um effektive Therapien zu ermöglichen und Allgemeinmediziner stärker einzubeziehen.
Experten fordern eine strukturierte Differenzialdiagnose bei Schulterschmerzen, um effektive Therapien zu ermöglichen und Allgemeinmediziner stärker einzubeziehen.
Bei der Behandlung von Schulterschmerzen ist die ärztliche Spurensuche oft komplex. Laut einem Beitrag auf aerztezeitung.de reicht die Differenzialdiagnose von traumatischen und degenerativen Schäden über neurologische Störungen bis hin zu Gelenkrheuma und Polymyalgia rheumatica. Für die ärztliche Praxis wichtig sind Tipps, wie diese Differenzialdiagnose strukturiert angegangen werden kann, um effektive Therapieansätze zu finden. Experten empfehlen, Allgemeinmediziner stärker in die Entwicklung künftiger Leitlinien, wie etwa für die Polymyalgia-rheumatica, einzubeziehen. Diese Forderung wird als positiv bewertet, um die Versorgung zu verbessern.
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