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Medizin, Gesundheit und Prävention
05.10.2026
Experten fordern verbindliche Hitzepläne für Pflege und Kliniken
Experten fordern verbindliche Hitzeaktionspläne und eine dauerhafte Finanzierung für den Hitzeschutz in Kliniken und Pflegeeinrichtungen.
Experten fordern verbindliche Hitzeaktionspläne und eine dauerhafte Finanzierung für den Hitzeschutz in Kliniken und Pflegeeinrichtungen.
Sachverständige haben im Gesundheitsausschuss des Bundestages einen besseren Schutz vor großer Hitze gefordert. Nach Angaben der Parlamentsnachrichten sprachen sie sich für eine wirksamere Koordination von Bund, Ländern und Kommunen sowie flächendeckende, verbindliche Hitzeaktionspläne aus. Besonders gefährdet seien ältere, kranke und sozial benachteiligte Menschen.
Grundlage der Anhörung war ein Antrag der Grünen. Die Fraktion fordert finanziell abgesicherte Schutzmaßnahmen und Investitionen in Kliniken, Pflegeeinrichtungen und Gesundheitszentren, etwa in Verschattung, Lüftung, Kühlung und Begrünung. Experten berichteten von bis zu 35 Grad in Krankenzimmern und fehlender Klimatisierung in Notaufnahmen. Auch Betriebe müssten Hitzeschutzpläne erstellen und Beschäftigte beispielsweise mit Kühlkleidung schützen. Zugleich verlangten die Sachverständigen eine dauerhafte, rechtssichere Finanzierung statt einzelner Förderprogramme.
Bundesregierung treibt digitale Patientenakte und E-Rezepte voran
Die Bundesregierung will ePA und E-Rezepte ausbauen: Medikationspläne, Impfübersichten und Überweisungen sollen digital und EU-weit nutzbar werden.
Die Bundesregierung will ePA und E-Rezepte ausbauen: Medikationspläne, Impfübersichten und Überweisungen sollen digital und EU-weit nutzbar werden.
Die Bundesregierung will die Digitalisierung im Gesundheitswesen und in der Pflege umfassend ausbauen. Wie der Deutsche Bundestag mitteilt, sieht der Gesetzentwurf für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen unter anderem eine Weiterentwicklung der elektronischen Patientenakte (ePA) vor. Der Medikationsplan soll darin digital geführt und von Ärzten sowie Apotheken fortlaufend aktualisiert werden. Geplant sind zudem eine digitale Impfübersicht mit Erinnerungsfunktion und die Einführung der E-Überweisung bis September 2029. Auch E-Rezepte für häusliche Krankenpflege und Heilmittel sollen ermöglicht werden. Die Kommunikation zwischen Leistungserbringern und Kostenträgern soll künftig digital erfolgen. Gesundheitsdaten sollen in einem einheitlichen Format für Versorgung, Forschung, Innovation und Prävention nutzbar sein. Außerdem ist vorgesehen, Patientenkurzakten, E-Rezepte, Arzt- und Entlassbriefe sowie Laborbefunde grenzüberschreitend austauschbar zu machen.
Bund schränkt Pflegekräfte-Anwerbung in 55 Staaten ein
Der Bund begrenzt die Anwerbung von Pflegekräften aus 55 Staaten mit kritischem Personalmangel. Dort darf nur die Bundesagentur für Arbeit vermitteln.
Der Bund begrenzt die Anwerbung von Pflegekräften aus 55 Staaten mit kritischem Personalmangel. Dort darf nur die Bundesagentur für Arbeit vermitteln.
Ausländische Beschäftigte können grundsätzlich für das deutsche Gesundheits- und Pflegesystem angeworben werden. Einschränkungen gelten jedoch für 55 Staaten, in denen die Weltgesundheitsorganisation einen kritischen Personalmangel festgestellt hat. Wie die Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion mitteilte, darf dort ausschließlich die Bundesagentur für Arbeit Gesundheits- und Pflegekräfte anwerben und vermitteln. Private Aktivitäten sind untersagt, um den Fachkräftemangel in den Herkunftsländern nicht zu verschärfen und den WHO-Verhaltenskodex umzusetzen. Großes Interesse besteht laut Bundesregierung an der Fachkräftemigration aus Usbekistan. Das Land bilde jährlich zahlreiche Pflegefachkräfte aus, könne aber nicht alle in den heimischen Arbeitsmarkt aufnehmen. Dies eröffne Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit mit Deutschland, berichtete der Deutsche Bundestag.
Ausbildung, Arbeitsmarkt und Fachkräftemangel
05.10.2026
Caritas testet Pflege-Auszubildende aus Indien
Die Caritas im Erzbistum München und Freising testet Pflege-Auszubildende aus Indien, um Einrichtungen personell zu entlasten.
Die Caritas im Erzbistum München und Freising testet Pflege-Auszubildende aus Indien, um Einrichtungen personell zu entlasten.
Die Caritas im Erzbistum München und Freising erprobt den Einsatz von Auszubildenden aus Indien in der Pflege. Das Pilotprojekt soll nach Angaben von muenchen.tv dazu beitragen, Pflegeeinrichtungen personell zu unterstützen. Vorgestellt wurde es im ökumenischen Fernsehmagazin „Kirche in Bayern“ vom 4. Oktober 2026.
Pflegeheim-Insolvenz: Was Bewohner und Angehörige schützt
Bei einer Pflegeheim-Insolvenz drohen Schließung und Umzug. Schutzmechanismen helfen Bewohnern und Angehörigen, wenn die Krise sie überrascht.
Bereits gemeldet: Dieselbe Nachricht zu Schutzmechanismen und möglichen Schließungen bei Pflegeheim-Insolvenzen wurde bereits gemeldet.
Vorher: „Pflegeheim insolvent: Diese Schutzmechanismen greifen“ (04.10.2026)
Bei einer Pflegeheim-Insolvenz drohen Schließung und Umzug. Schutzmechanismen helfen Bewohnern und Angehörigen, wenn die Krise sie überrascht.
Die Insolvenz eines Pflegeheimbetreibers kann zur Schließung einer Einrichtung führen und Bewohner zu einem Umzug zwingen. Wie die F.A.Z. berichtet, ist die wirtschaftliche Lage eines Heims für Außenstehende oft schwer einzuschätzen. Werden Pflegebedürftige und Angehörige von einer Insolvenz überrascht, greifen jedoch Schutzmechanismen. Personalmangel kann die finanzielle Existenz von Pflegeheimen zusätzlich gefährden.
Pflegepraxis, Organisation und Innovation
04.10.2026
Altenpflege: Seelsorge soll flexibler und vernetzter werden
Fachleute wollen die Seelsorge in der Altenpflege flexibler gestalten und Pflegebedürftige, Angehörige sowie Beschäftigte stärker einbeziehen.
Fachleute wollen die Seelsorge in der Altenpflege flexibler gestalten und Pflegebedürftige, Angehörige sowie Beschäftigte stärker einbeziehen.
Bei einer bundesweiten Fachtagung in Frankfurt haben Fachleute über die Zukunft der Seelsorge in der Altenpflege beraten. Nach Angaben von Osthessen News wollen das Bistum Fulda und der Diözesancaritasverband flexible Angebote im Sozialraum stärken. Seelsorge soll neben Pflegebedürftigen verstärkt Angehörige und Beschäftigte einbeziehen. Das vorgestellte Modell „SpECi“ verankert Spiritual Care interprofessionell in Einrichtungen. Thematisiert wurden auch Fachkräftemangel, Ehrenamt und der Umgang mit Wünschen nach Suizidassistenz.
Bund erwägt stärkere Beteiligung von Kindern an Heimkosten
Die Bundesregierung erwägt, erwachsene Kinder wieder stärker an den Heimkosten ihrer Eltern zu beteiligen. Konkrete Pläne gibt es noch nicht.
Die Bundesregierung erwägt, erwachsene Kinder wieder stärker an den Heimkosten ihrer Eltern zu beteiligen. Konkrete Pläne gibt es noch nicht.
Die stark steigenden Pflegekosten verunsichern zunehmend auch Familien aus der Mittelschicht. Nach einem Bericht von „Welt“ erwägt die Bundesregierung, erwachsene Kinder künftig wieder stärker an den Heimkosten ihrer Eltern zu beteiligen. Damit könnte die bisherige finanzielle Entlastung von Angehörigen teilweise zurückgenommen werden. Konkrete Pläne oder Einkommensgrenzen wurden zunächst nicht genannt.
Suizidprävention: Offenes Nachfragen kann Leben retten
Sterbewünsche bleiben oft unausgesprochen. Offenes Nachfragen und klare Abläufe in Hausarztpraxen können gefährdete Menschen schützen und Leben retten.
Sterbewünsche bleiben oft unausgesprochen. Offenes Nachfragen und klare Abläufe in Hausarztpraxen können gefährdete Menschen schützen und Leben retten.
Sterbewünsche und Suizidalität werden häufig nur indirekt geäußert. Umso wichtiger sei es, betroffene Menschen gezielt und offen darauf anzusprechen, berichteten Dr. Sandra Blumenthal-Beier und Kerstin Petermann beim Bundesfortbildungskongress für Allgemeinmedizin in Berlin. Nachfragen sei eine zentrale Form der Suizidprävention. Hausarztpraxen könnten zudem mit klar geregelten Abläufen Sicherheit im Umgang mit gefährdeten Patientinnen und Patienten schaffen. Grundlage könne dabei das BELLA-Konzept sein, wie die „Ärzte Zeitung“ berichtet.
Wirtschaftsweise fordert mehr Eigenanteil bei Pflegekosten
Wirtschaftsweise Monika Schnitzer kritisiert die Pflegereform als nicht nachhaltig und fordert höhere Eigenanteile sowie das Aus für Heimzuschläge.
Wirtschaftsweise Monika Schnitzer kritisiert die Pflegereform als nicht nachhaltig und fordert höhere Eigenanteile sowie das Aus für Heimzuschläge.
Die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer hält die beschlossene Pflegereform für nicht nachhaltig. Statt die Finanzierung vor allem durch höhere Beiträge zu sichern, müsse die Pflegeversicherung stärker auf hohe Pflegerisiken begrenzt werden, berichtet FOCUS online. Menschen mit ausreichendem Einkommen und Vermögen sollten mehr Pflegekosten selbst tragen, Bedürftige gezielt staatliche Hilfe erhalten. Einen pauschalen Pflegedeckel lehnt Schnitzer ab. Zudem fordert sie, den Leistungszuschlag für Heimbewohner abzuschaffen.
Koalition beschließt ersten Schritt zur Pflegereform
Die Koalition will die Finanzierungslücke der Pflegeversicherung 2027 schließen: Kinderlose zahlen mehr, pflegende Angehörige behalten volle Rentenpunkte.
Einordnung: Die Koalition beschließt erste Maßnahmen: Beiträge für Kinderlose steigen, volle Rentenpunkte bleiben erhalten und eine Finanzierungskommission wird eingesetzt.
Vorher: „Pflegereform 2027: Elf Milliarden zur Stützung der Versicherung“ (04.06.2026)
Die Koalition will die Finanzierungslücke der Pflegeversicherung 2027 schließen: Kinderlose zahlen mehr, pflegende Angehörige behalten volle Rentenpunkte.
Die schwarz-rote Koalition hat einen ersten Schritt zur Pflegereform beschlossen. Damit soll laut Kanzleramtschefin Nina Warken (CDU) die Finanzierungslücke der Pflegeversicherung im kommenden Jahr geschlossen werden. Der Beitrag für Kinderlose steigt, pflegende Angehörige behalten ihre vollen Rentenpunkte. Eine Kommission soll Vorschläge für eine langfristig tragfähige Finanzierung erarbeiten. Warken forderte im ZDF, weitere Reformen schneller und geräuschloser umzusetzen.
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