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Gesundheitspolitik und Versorgungssysteme
11.10.2026
Ambulante Versorgung soll krisenfest organisiert werden
Die ambulante Versorgung soll krisenfest werden. Fachleute fordern klare gesetzliche Regeln, vernetzte Lagebilder und eine gesicherte Finanzierung.
Die ambulante Versorgung soll krisenfest werden. Fachleute fordern klare gesetzliche Regeln, vernetzte Lagebilder und eine gesicherte Finanzierung.
Die ambulante Versorgung soll künftig vom Krisenfall her geplant und besser mit Kommunen, Ländern, Bund, Zivil- und Katastrophenschutz verzahnt werden. Das forderten Fachleute auf der Herbsttagung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, wie das Deutsche Ärzteblatt berichtet. Neu im Fokus stehen verbindliche gesetzliche Regeln: Für Notlagen müsse geklärt werden, welche Vorgaben des Sozialgesetzbuchs ausgesetzt werden können, wie Behandlungen priorisiert werden und welche Kompetenzen die Kassenärztlichen Vereinigungen erhalten. Zudem brauche es aktuelle Lagebilder zu Kapazitäten und Ressourcen sowie Möglichkeiten, Daten etwa mit Blaulichtorganisationen auszutauschen. Erprobt werden bereits operative Abläufe wie die Lagebilderstellung. Vom geplanten Gesundheitssicherstellungsgesetz erhoffen sich die KVen eine klare Rolle bei der regionalen Versorgungsorganisation. Auch die staatliche Finanzierung müsse geregelt werden.
Gericht bestätigt Kammerpflicht auch für Pflegekräfte in Verwaltung
Das Verwaltungsgericht Koblenz bestätigt die Kammerpflicht für Pflegekräfte in der Verwaltung, wenn sie dort pflegerisches Fachwissen nutzen.
Das Verwaltungsgericht Koblenz bestätigt die Kammerpflicht für Pflegekräfte in der Verwaltung, wenn sie dort pflegerisches Fachwissen nutzen.
Das Verwaltungsgericht Koblenz hat bestätigt, dass auch Pflegefachpersonen ohne unmittelbare Tätigkeit in der Patientenversorgung Pflichtmitglieder der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz sein können. Entscheidend sei, ob sie bei ihrer Arbeit Kenntnisse aus der Pflegeausbildung nutzen. Das Gericht wies die Klage einer examinierten Krankenschwester im Medizincontrolling ab, die ausschließlich administrative Aufgaben übernimmt. Bei DRG-Kodierungen, der Prüfung von Behandlungsdokumentationen und der Abstimmung mit ärztlichen sowie pflegerischen Diensten greife sie auf pflegerisches Fachwissen zurück. Daher bestehe die Pflichtmitgliedschaft fort, teilte die Kammer mit. Das Urteil vom 18. August 2026 (Az.: 5 K 1405/25.KO) ist noch nicht rechtskräftig; die Zulassung der Berufung kann beantragt werden. Ein ebenfalls strittiger Beitragsbescheid wurde während des Verfahrens aufgehoben.
Die Pflegekammer Rheinland-Pfalz fordert neben härteren Strafen für Angriffe finanzierte Schutzkonzepte und Hilfen für betroffene Pflegende.
Die Pflegekammer Rheinland-Pfalz fordert neben härteren Strafen für Angriffe finanzierte Schutzkonzepte und Hilfen für betroffene Pflegende.
Die Landespflegekammer Rheinland-Pfalz begrüßt die Ankündigung von Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann, Angriffe auf Beschäftigte im Gesundheitswesen konsequenter zu verfolgen, härter zu bestrafen und Verfahren zu beschleunigen. Zugleich fordert sie finanzierte Schutzkonzepte, Deeskalationstrainings sowie medizinische und psychologische Hilfen nach Vorfällen.
Wie dringlich dies ist, zeigt laut Kammer ihre Allensbach-Studie von 2025: Rund 70 Prozent der befragten Pflegefachpersonen in Rheinland-Pfalz berichteten von körperlichen Übergriffen durch Patienten oder Angehörige. Besonders häufig seien jüngere Beschäftigte betroffen. Fast die Hälfte der unter 30-Jährigen fühle sich fachlich nicht ausreichend auf solche Situationen vorbereitet.
Die Kammer ruft Pflegende dazu auf, Übergriffe anzuzeigen. Vor allem Berufsanfänger müssten frühzeitig auf Gewalt- und Konfliktsituationen vorbereitet werden. Gewalterfahrungen könnten langfristig belasten und dazu beitragen, dass Fachkräfte den Pflegeberuf vorzeitig verlassen.
Pflegekammer zieht positive Bilanz zur Fortbildungsordnung
Ein Jahr nach Start der Fortbildungsordnung zieht die Pflegekammer Rheinland-Pfalz eine positive Bilanz und plant die digitale Nachweisverwaltung.
Einordnung: Neu sind Jahresbilanz, 27 Infoveranstaltungen, über 500 Fragen, anrechenbare Podcasts, ein geplantes Mitgliederportal und über 1.400 Teilnehmende.
Vorher: „Erfolgreiche Webinarreihe "Pflegewissen digital" überzeugt in Rheinland-Pfalz“ (03.07.2026)
Ein Jahr nach Start der Fortbildungsordnung zieht die Pflegekammer Rheinland-Pfalz eine positive Bilanz und plant die digitale Nachweisverwaltung.
Ein Jahr nach Einführung ihrer Fortbildungsordnung zieht die Landespflegekammer Rheinland-Pfalz eine positive Zwischenbilanz. Nach eigenen Angaben informierte sie bei 27 Veranstaltungen über die Vorgaben und beantwortete mehr als 500 Fragen, etwa zur Punktevergabe, Anerkennung und zu Unterbrechungen. Verfahrenshinweise und Hilfen zur Dokumentation wurden weiterentwickelt; seit Februar 2026 sind auch pflegebezogene Podcasts anrechenbar. Die kostenlose Webinarreihe „Pflegewissen Digital“ erreichte inzwischen mehr als 1.400 Teilnehmende und damit mehr als zuletzt gemeldet. Als Nächstes soll das Mitgliederportal die digitale Verwaltung von Nachweisen, Punkteständen und Unterbrechungszeiten ermöglichen. Im laufenden ersten Fortbildungszyklus müssen Pflegefachpersonen noch keine Belege einreichen. Die Kammer will die Erfüllung der Vorgaben erst nach dessen Abschluss im kommenden Jahr anhand einer Zufallsstichprobe prüfen.
Pflegekammer warnt vor Personalmangel durch Finanzierungsgrenzen
Die Pflegekammer Rheinland-Pfalz warnt: Finanzierungsgrenzen verschärfen den Personalmangel und erhöhen die Belastung in Pflegeeinrichtungen.
Die Pflegekammer Rheinland-Pfalz warnt: Finanzierungsgrenzen verschärfen den Personalmangel und erhöhen die Belastung in Pflegeeinrichtungen.
Die Landespflegekammer Rheinland-Pfalz unterstützt die bundesweite Kampagne #DeutschlandWelchePflegeWillstDu des Deutschen Pflegerats. An einem Beispiel aus dem Wochenenddienst zeigt sie, welche Folgen knappe Besetzungen haben: Drei Pflegefachpersonen versorgen 29 Menschen; fällt eine aus, müssen zwei den Dienst auffangen. Dies führe zu hoher Belastung, weniger Zeit für Pflegebedürftige und zusätzlicher Verantwortung.
Neu im Fokus stehen die Auswirkungen politischer Finanzierungsentscheidungen. Nach Angaben der Kammer erhöhen vorgesehene Obergrenzen für die Refinanzierung von Lohnsteigerungen den Druck auf Einrichtungen und erschweren es, genügend Personal dauerhaft zu finanzieren und zu binden. Die Erfahrungen und die Expertise professionell Pflegender müssten daher stärker in politische Entscheidungen einfließen. An der Kampagne beteiligen sich 25 Verbände und Organisationen. Gemeinsame Forderungen sollen am 11. November bei einer Demonstration zum Bundesgesundheitsministerium öffentlich gemacht werden.
Webinar klärt über rechtssichere Sturzprophylaxe auf
Die Landespflegekammer Rheinland-Pfalz informiert am 6. Oktober in einem kostenfreien Webinar über rechtssichere Sturzprophylaxe.
Einordnung: Die Reihe bietet am 6. Oktober ein Webinar zur rechtssicheren Sturzprophylaxe mit Anke-Petra Kasimir und einem Fortbildungspunkt an.
Vorher: „„Pflegewissen Digital“: Kostenfreie Webinarreihe bis November“ (06.08.2026)
Die Landespflegekammer Rheinland-Pfalz informiert am 6. Oktober in einem kostenfreien Webinar über rechtssichere Sturzprophylaxe.
Die Landespflegekammer Rheinland-Pfalz setzt ihre kostenfreie Reihe „Pflegewissen Digital“ mit einem Webinar zur rechtssicheren Sturzprophylaxe fort. Am 6. Oktober 2026 erläutert die Pflege- und Forensische Sachverständige Anke-Petra Kasimir ab 18.30 Uhr, wie der Expertenstandard fachgerecht angewendet und bei einem Sturz, Verdacht oder Schadensfall korrekt gehandelt wird. Nach Angaben der Kammer behandelt sie zudem haftungs- und strafrechtliche Grundlagen sowie die mögliche Verantwortung von Pflegehilfs- und Pflegefachpersonen, Leitungen und Geschäftsführung. Die Teilnahme wird mit einem Fortbildungspunkt angerechnet. Anmeldungen sind über die Internetseite der Landespflegekammer möglich.
Pflegekammer Rheinland-Pfalz zählt Stimmen zur Kammerwahl aus
Nach der Wahl zur dritten Vertreterversammlung zählt die Pflegekammer Rheinland-Pfalz die Stimmen aus. Das vorläufige Ergebnis soll bis 5. Oktober vorliegen.
Nach der Wahl zur dritten Vertreterversammlung zählt die Pflegekammer Rheinland-Pfalz die Stimmen aus. Das vorläufige Ergebnis soll bis 5. Oktober vorliegen.
Die Wahl zur dritten Vertreterversammlung der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz ist beendet. Nach Angaben der Kammer konnten die registrierten Pflegefachpersonen vom 5. bis 25. September 2026 per Brief oder elektronisch abstimmen. Zehn Listen mit rund 200 Kandidierenden bewarben sich um Sitze im obersten Kammerorgan. Die Auszählung hat begonnen; das vorläufige Ergebnis soll spätestens am 5. Oktober auf der Kammer-Website veröffentlicht werden. Gewählte Personen haben nach ihrer Benachrichtigung zehn Tage Zeit, die Wahl abzulehnen, andernfalls gilt sie als angenommen. Die neue Vertreterversammlung tritt am 19. November zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammen und wählt dabei auch den neuen Vorstand.
Bei der Wahl zur Landespflegekammer Rheinland-Pfalz bleiben 25 von 81 Sitzen frei. Die Wahlbeteiligung stieg auf 23,8 Prozent.
Einordnung: Das vorläufige Wahlergebnis liegt vor: 56 Sitze sind besetzt, 25 bleiben mangels Kandidierender unbesetzt.
Vorher: „Pflegekammer Rheinland-Pfalz zählt Stimmen zur Kammerwahl aus“ (28.09.2026)
Bei der Wahl zur Landespflegekammer Rheinland-Pfalz bleiben 25 von 81 Sitzen frei. Die Wahlbeteiligung stieg auf 23,8 Prozent.
Das vorläufige Ergebnis der Wahl zur dritten Vertreterversammlung der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz steht fest. Nach Angaben der Kammer lag die Wahlbeteiligung bei 23,8 Prozent und damit höher als bei der vorherigen Wahl. Die neue Vertreterversammlung hat 56 Mitglieder, 25 der höchstens 81 Sitze bleiben unbesetzt. Davon entfallen 24 auf die Liste PBRN/StOP PK und einer auf „Pflegekammer ohne Zwang“, weil diese Listen nicht genügend Kandidierende aufgestellt hatten. PBRN/StOP PK erhält 11 besetzbare Sitze, „Pflegekammer ohne Zwang“ 14. Das Pflegebündnis Koblenz kommt auf zehn, das Pflegebündnis Trier auf sechs Sitze. Je drei Mandate erhalten „Pflege stärkt Pflege“, PflegeKRAFTPfalz und „DGF – Starke Fachpflege!“. Drei weitere Listen ziehen mit jeweils zwei Mitgliedern ein. Die konstituierende Sitzung findet am 19. November statt. Dann werden Vorstand und Kammerpräsidium neu gewählt. Amtsinhaber Markus Mai tritt nicht erneut an. Das amtliche Endergebnis wird Mitte Oktober erwartet.
Ausbildung, Arbeitsmarkt und Fachkräftemangel
11.10.2026
BiLeP untersucht Berufseinstieg von Pflegelehrenden
Das Forschungsprojekt BiLeP untersucht den Berufseinstieg von Pflegelehrenden und nimmt Belastungen, Handlungsspielräume und Unterrichtspraxis in den Blick.
Das Forschungsprojekt BiLeP untersucht den Berufseinstieg von Pflegelehrenden und nimmt Belastungen, Handlungsspielräume und Unterrichtspraxis in den Blick.
Beim Lernweltenkongress an der Technischen Universität Dresden hat das Forschungsprojekt BiLeP am 14. und 15. September den Übergang von Pflegelehrenden aus dem Studium in den Berufsalltag untersucht. Wie das Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung (DIP) berichtet, diskutierten die Teilnehmenden das Verhältnis von Studium und beruflichem Handeln, die Reflexion eigener Unterrichtserfahrungen sowie kollegialen Austausch und Gestaltungsspielräume an Schulen. Weitere Themen waren psychische Belastungen, pädagogische Haltung, Diversität und politische Bildung. Die Ergebnisse des Workshops sollen in die weitere Analyse von Interviews einfließen. BiLeP untersucht Bildungswege und berufliche Bedingungen von Pflegelehrenden. Beteiligt sind die DIP GmbH, die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und die Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen. Das Projekt wird im Auftrag des Bundesinstituts für Berufsbildung durchgeführt.
Ausbildung, Arbeitsmarkt und Fachkräftemangel
11.10.2026
BiLeP beleuchtet Studienwege und Praxis von Pflegelehrenden
Das Forschungsprojekt BiLeP zeigt, wie vielfältig Studienwege für Pflegelehrende sind und welche Spannungen ihre Berufspraxis prägen.
Einordnung: Neu vorgestellt wurden bundesweite Ergebnisse zu Studienangeboten, ein Scoping Review und Erkenntnisse des Projekts SCENE.
Vorher: „BiLeP untersucht Berufseinstieg von Pflegelehrenden“ (16.09.2026)
Das Forschungsprojekt BiLeP zeigt, wie vielfältig Studienwege für Pflegelehrende sind und welche Spannungen ihre Berufspraxis prägen.
Das Forschungsprojekt BiLeP hat bei der Sektionstagung Berufs- und Wirtschaftspädagogik an der Universität Rostock aktuelle Ergebnisse zur Qualifizierung und Berufspraxis von Pflegelehrenden vorgestellt. Neu im Fokus standen laut dem Deutschen Institut für angewandte Pflegeforschung (DIP) die Ergebnisse einer bundesweiten Recherche zu Studienangeboten. Untersucht wurden Abschlussstrukturen, Qualifikationsprofile sowie Zugangs- und Übergangsmöglichkeiten, um unterschiedliche Studienmodelle vergleichen zu können.
Ein ebenfalls vorgestelltes Scoping Review beschreibt Spannungen zwischen dem pädagogischen Selbstverständnis der Lehrenden, ihrer fachlichen Herkunft und institutionellen Anforderungen. Ergänzend befasste sich das Projekt SCENE mit sprachlich-kommunikativen Anforderungen in der Pflegeausbildung und ihrer systematischen Verankerung in Unterricht und Curricula. BiLeP wird im Auftrag des Bundesinstituts für Berufsbildung von einem Forschungskonsortium durchgeführt.
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