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Ausbildung, Arbeitsmarkt und Fachkräftemangel
11.10.2026
Bund will Aufstiegsfortbildungen stärker fördern
Der Bund will Aufstiegsfortbildungen stärker fördern: Geplant sind höhere Zuschüsse, mehr Darlehenserlass und zusätzliche Hilfen für Alleinerziehende.
Der Bund will Aufstiegsfortbildungen stärker fördern: Geplant sind höhere Zuschüsse, mehr Darlehenserlass und zusätzliche Hilfen für Alleinerziehende.
Die Bundesregierung will die Förderung beruflicher Aufstiegsfortbildungen ausweiten. Nach Angaben von sozialpolitik-aktuell.de sieht ein Gesetzentwurf vom 7. Oktober 2026 vor, den förderfähigen Höchstbetrag für Lehrgangs- und Prüfungsgebühren von 15.000 auf 18.000 Euro anzuheben. Für Meisterstücke und vergleichbare Arbeiten sollen künftig bis zu 4.000 statt 2.000 Euro berücksichtigt werden. Bei bestandener Prüfung soll der Darlehenserlass auf 60 Prozent steigen. Zuschüsse des Arbeitgebers würden nicht mehr auf den Maßnahmebeitrag angerechnet. Zudem soll der monatliche Kinderbetreuungszuschlag für Alleinerziehende in Voll- und Teilzeitmaßnahmen von 150 auf 160 Euro je Kind erhöht werden. Hochschulrechtlich geregelte Abschlüsse bleiben von der Förderung ausgeschlossen.
Linnemann will Pflegeausgaben um zehn Prozent senken
Gesundheitsminister Linnemann will die Pflegeausgaben um zehn Prozent senken und das Pflegegesetz Ende September ins Kabinett bringen.
Einordnung: Neu sind das Sparziel von zehn Prozent und die geplante Kabinettsberatung des PNOG ab der Woche vom 28. September.
Vorher: „Pflegereform: Linnemann plant Kürzungen zur Stabilisierung der Kassen“ (17.09.2026)
Gesundheitsminister Linnemann will die Pflegeausgaben um zehn Prozent senken und das Pflegegesetz Ende September ins Kabinett bringen.
Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann hat seine politischen Prioritäten bis Ende 2026 konkretisiert. Nach Angaben des BVMed sollen kurzfristig rund zehn Prozent der bislang 74 Milliarden Euro umfassenden Ausgaben der Pflegeversicherung eingespart werden. Das Pflegekompetenz- und Entbürokratisierungsgesetz (PNOG) soll bereits in der Woche ab dem 28. September im Bundeskabinett beraten werden. Darüber hinaus kündigte Linnemann an, die strukturellen Probleme der Pflege anzugehen. Bei der Notfallreform sind zusätzliche Mittel von 550 Millionen Euro für Krankenhäuser vorgesehen. Ein Gesundheitssicherstellungsgesetz soll die Versorgung für Krisen sowie den Bündnis- und Verteidigungsfall absichern. Das Hilfsmittelmodernisierungs- und Bürokratierückbaugesetz will Linnemann noch 2026 ins Kabinett einbringen; der Beschluss ist für 2027 geplant.
Verbände warnen vor Wegfall von Pflegehilfsmitteln
Fünf Gesundheitsverbände warnen: Der geplante Wegfall des Anspruchs auf Pflegehilfsmittel gefährde Hygiene und häusliche Pflege.
Fünf Gesundheitsverbände warnen: Der geplante Wegfall des Anspruchs auf Pflegehilfsmittel gefährde Hygiene und häusliche Pflege.
Fünf Verbände der Gesundheitswirtschaft warnen vor den Folgen des geplanten Pflegeneuordnungsgesetzes für die häusliche Pflege. Laut BVMed soll der eigenständige Sachleistungsanspruch auf Verbrauchspflegehilfsmittel wie Einmalhandschuhe, Schutzschürzen und Desinfektionsmittel entfallen. Für Menschen mit Pflegegrad 1 würde der bisherige Zugang wegfallen, bei den Pflegegraden 2 bis 5 sollen die Mittel in allgemeine Budgets einfließen. Damit müssten Hygieneprodukte mit anderen Unterstützungs- und Haushaltsleistungen um begrenzte Mittel konkurrieren. BPI, BVMed, Deutscher Apothekerverband, IHO und VVHC fordern deshalb, den bisherigen Anspruch und die Zweckbindung beizubehalten. Andernfalls drohten mehr vermeidbare Infektionen, Krankenhausaufnahmen und Kosten sowie zusätzliche Belastungen für Angehörige und Pflegekräfte. Auch ein höherer Antibiotikaeinsatz und mehr Resistenzen seien möglich. Die Verbände verlangen, Basishygiene als Teil der kritischen Gesundheits- und Pflegeinfrastruktur anzuerkennen.
Das BIÖG hat seine Ratgeber zur Sturzprävention aktualisiert. Sie bieten älteren Menschen Tests, Übungen und Tipps für ein sicheres Wohnumfeld.
Das BIÖG hat seine Ratgeber zur Sturzprävention aktualisiert. Sie bieten älteren Menschen Tests, Übungen und Tipps für ein sicheres Wohnumfeld.
Fast jeder vierte Mensch über 65 Jahren stürzt nach Angaben des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) mindestens einmal im Jahr, 13 Prozent sogar mehr als zweimal. Anlässlich des Internationalen Tags der älteren Menschen am 1. Oktober hat das Institut zwei Broschüren zur Sturzprävention aktualisiert. Empfohlen werden regelmäßiges Kraft- und Gleichgewichtstraining, die Überprüfung möglicher Wechselwirkungen von Medikamenten sowie Kontrollen von Augen und Brillengläsern. Auch eine calciumreiche Ernährung, ausreichend Vitamin D und ein sturzsicheres Wohnumfeld können das Risiko senken. Die Broschüren „Gleichgewicht und Kraft“ informieren über typische Stolperfallen, Hilfsmittel und Hausnotrufsysteme. Zudem enthalten sie Tests zur Einschätzung des persönlichen Sturzrisikos und ein bebildertes Übungsprogramm. Die Publikationen stehen kostenlos zum Herunterladen bereit; gedruckte Ausgaben sollen ab Dezember 2026 erhältlich sein.
Beim Wechsel von Pflegeheim oder Pflegekasse bleibt die Bezugsdauer für den Leistungszuschlag erhalten. Betroffene sollten die Einstufung prüfen.
Beim Wechsel von Pflegeheim oder Pflegekasse bleibt die Bezugsdauer für den Leistungszuschlag erhalten. Betroffene sollten die Einstufung prüfen.
Beim Wechsel in ein anderes Pflegeheim oder zu einer anderen Pflegekasse bleiben frühere Zeiten vollstationärer Pflege für den Leistungszuschlag erhalten. Eine Rückstufung auf 15 Prozent allein wegen des Umzugs ist unzulässig, berichtet gegen-hartz.de. Seit Juli 2026 berechnet die Pflegekasse den Zuschlag; ein Antrag ist nicht nötig. Betroffene sollten dennoch prüfen, ob die bisherige Bezugsdauer und die Zuschlagsstufe von bis zu 75 Prozent korrekt übernommen wurden.
Seelsorger fordert mehr Palliative Care im Klinikalltag
Seelsorger Steffen Stutz fordert, Palliative Care stärker im Klinikalltag zu verankern – mit ganzheitlicher Begleitung und enger Zusammenarbeit.
Seelsorger Steffen Stutz fordert, Palliative Care stärker im Klinikalltag zu verankern – mit ganzheitlicher Begleitung und enger Zusammenarbeit.
Palliative Care muss nach Einschätzung des Seelsorgers Steffen Stutz stärker in den regulären Krankenhausalltag integriert werden. Sie sei noch nicht überall selbstverständlicher Teil der Versorgung, sagte er DOMRADIO.DE. Neben der Linderung körperlicher Beschwerden gehe es um Ängste, Beziehungen, soziale und spirituelle Fragen. Dafür müssten Pflege, Medizin, psychosoziale Dienste, Seelsorge, Hospizdienste und Angehörige zusammenarbeiten.
ZQP-Umfrage zeigt hohe Risiken in der häuslichen Pflege
Eine ZQP-Umfrage zeigt hohe Risiken in der häuslichen Pflege: Medikationsfehler, Stürze und Überlastung gefährden Pflegebedürftige und Angehörige.
Einordnung: Neu sind Angaben zu Stürzen, Notaufnahmen, Belastungen sowie Schwierigkeiten bei der Suche nach Pflegediensten und Tagespflegeplätzen.
Vorher: „Medikamentenfehler bei jedem zweiten Pflegebedürftigen zu Hause“ (05.10.2026)
Eine ZQP-Umfrage zeigt hohe Risiken in der häuslichen Pflege: Medikationsfehler, Stürze und Überlastung gefährden Pflegebedürftige und Angehörige.
Eine ZQP-Befragung unter 1.012 pflegenden Angehörigen zeigt neben häufigen Medikationsfehlern weitere Risiken: 36 Prozent berichten von verletzungsbedingten Stürzen, ebenso viele von Notaufnahmen binnen eines Jahres. 53 Prozent fühlen sich psychisch, 38 Prozent körperlich belastet. Jeweils 26 Prozent hatten Schwierigkeiten, einen ambulanten Pflegedienst oder einen Tagespflegeplatz zu finden. Das ZQP fordert laut häusliche-pflege.net, Angehörige systematisch einzubinden, zu schulen und gezielt zu entlasten.
Gesundheitspolitik und Versorgungssysteme
10.10.2026
Pflegemodell „Stambulant“ soll 2027 Kassenleistung werden
Das Pflegemodell „Stambulant“ soll ab 2027 Kassenleistung werden. Es verbindet stationäre und ambulante Versorgung unter Einbindung Angehöriger.
Das Pflegemodell „Stambulant“ soll ab 2027 Kassenleistung werden. Es verbindet stationäre und ambulante Versorgung unter Einbindung Angehöriger.
Das von BeneVit mitentwickelte Pflegekonzept „Stambulant“ soll ab 2027 gesetzlich verankert und als Kassenleistung geregelt werden. Nach Angaben des SWR will der GKV-Spitzenverband entsprechende Richtlinien schaffen. Das Modell verbindet stationäre und ambulante Pflege: Angehörige übernehmen freiwillig Aufgaben wie Kochen, Waschen oder Putzen und können dadurch laut BeneVit bis zu 1.000 Euro monatlich sparen. Bislang wird das Konzept nur in einem Heim erprobt; künftig könnten es alle BeneVit-Häuser nutzen.
Landtagsopposition fordert Hilfe für pflegende Angehörige
SPD, FDP und SSW fordern in Schleswig-Holstein ein Landesprogramm, das pflegende Angehörige mit Lotsen und Angeboten in Randzeiten entlastet.
SPD, FDP und SSW fordern in Schleswig-Holstein ein Landesprogramm, das pflegende Angehörige mit Lotsen und Angeboten in Randzeiten entlastet.
SPD, FDP und SSW fordern im schleswig-holsteinischen Landtag ein Landesprogramm zur besseren Vereinbarkeit von Pflege und Beruf. Pflegende Angehörige sollen nach Angaben des NDR durch spezielle Lotsen sowie zusätzliche Unterstützungsangebote in Randzeiten entlastet werden. Damit rückt neben der bundesweiten Finanzierungsdebatte die konkrete Alltagshilfe für Angehörige in den Fokus.
Bundestag berät AfD-Anträge zur Pflegefinanzierung
Der Bundestag berät am 15. Oktober über zwei AfD-Anträge zur Pflegefinanzierung – von stabilen Beiträgen bis zur Rückkehr zu getrennten Ausbildungen.
Der Bundestag berät am 15. Oktober über zwei AfD-Anträge zur Pflegefinanzierung – von stabilen Beiträgen bis zur Rückkehr zu getrennten Ausbildungen.
Der Bundestag berät am 15. Oktober zwei AfD-Anträge zur Pflegefinanzierung. Nach Angaben des Parlaments fordert die Fraktion unter anderem stabile Beitragssätze, weniger Bürokratie, eine stärkere Finanzierung versicherungsfremder Leistungen aus dem Bundeshaushalt und mehr Geld für private häusliche Pflege. Zudem will sie zur getrennten Ausbildung in Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege zurückkehren. Ein Antrag wird abgestimmt, der zweite erstmals beraten.
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