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Pflegepolitik und Recht
07.10.2026
Pflegereform: Start der Strukturkommission verzögert sich
Der Start der Strukturkommission zur Pflegereform verzögert sich: Zusammensetzung und Auftrag des Expertengremiums sind offenbar noch ungeklärt.
Einordnung: Die geplante Pflegekommission wurde noch nicht eingesetzt; wegen offener Fragen zu Besetzung und Auftrag verzögert sich ihr Start.
Vorher: „Gesundheitsminister Linnemann plant Kommission für Pflegereform“ (11.09.2026)
Der Start der Strukturkommission zur Pflegereform verzögert sich: Zusammensetzung und Auftrag des Expertengremiums sind offenbar noch ungeklärt.
Die geplante Strukturkommission zur Reform der sozialen Pflegeversicherung ist vorerst nicht eingesetzt worden. Entgegen vorherigen Ankündigungen fasste das Bundeskabinett am Mittwoch keinen entsprechenden Beschluss. Nach Angaben der „Ärzte Zeitung“ besteht offenbar noch Klärungsbedarf bei der Zusammensetzung des Expertengremiums und dessen Auftrag. Damit verzögert sich der Start der bereits angekündigten Reformarbeit.
Gesundheitspolitik und Versorgungssysteme
07.10.2026
Koalition konkretisiert GKV-Sparpaket – 550 Millionen für Kliniken
Union und SPD konkretisieren das GKV-Sparpaket: Geplant sind neue Vergütungsregeln und zusätzlich 550 Millionen Euro für Kliniken.
Einordnung: Das bereits beschlossene GKV-Sparpaket wird konkretisiert: Zwölf Änderungsanträge sehen unter anderem 550 Millionen Euro für Kliniken vor.
Vorher: „Bundestag verabschiedet GKV-Sparpaket: Einsparungen und Entlastungen ab 2027“ (10.07.2026)
Union und SPD konkretisieren das GKV-Sparpaket: Geplant sind neue Vergütungsregeln und zusätzlich 550 Millionen Euro für Kliniken.
Der Gesundheitsausschuss des Bundestags hat zwölf Änderungsanträge von Union und SPD zu Folgeregelungen des im Sommer beschlossenen GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes beraten. Neu ist damit die konkrete Ausgestaltung des Sparpakets. Die Änderungen sollen zusammen mit der Reform der Notfallversorgung verabschiedet werden. Sie betreffen nach Angaben des Bundestags unter anderem die Vergütung in der Psychotherapie, Krankenhausfinanzierung, Hybrid-DRGs, Hilfsmittel, die Verwaltung der Krankenkassen sowie die Abrechnung digitaler Gesundheitsanwendungen und von Cannabistherapien. Für Kliniken sind zusätzlich 550 Millionen Euro vorgesehen. Die Mittel gehen auf eine Zusage der Bundesregierung zurück, die Voraussetzung für die Zustimmung des Bundesrats zum Sparpaket war. Zu den Anträgen ist eine öffentliche Anhörung angesetzt.
Jenaer Hausärzte starten Impfkampagne in Pflegeheimen
Jenaer Hausärzte starten die Impfkampagne 2026/27 in Pflegeheimen. Angeboten werden Impfungen gegen Grippe, COVID-19, RSV und Pneumokokken.
Jenaer Hausärzte starten die Impfkampagne 2026/27 in Pflegeheimen. Angeboten werden Impfungen gegen Grippe, COVID-19, RSV und Pneumokokken.
Ein Hausarztteam aus Jena hat Ende September die Impfkampagne 2026/27 in den betreuten Alten- und Pflegeheimen gestartet. Nach Abfrage der Impfwünsche besuchen mehrere Teams aus Ärzten, Medizinischen Fachangestellten und PJ-Studierenden die Einrichtungen. Angeboten werden Impfungen gegen Influenza, COVID-19, RSV und Pneumokokken. Wie die „Ärzte Zeitung“ berichtet, sollen Praxisverwaltungssysteme dabei helfen, besonders gefährdete ältere und chronisch kranke Menschen zu identifizieren. Hausarzt Christian Fleischhauer zufolge verursachen Aufklärung und Dokumentation deutlich mehr Aufwand als die Impfung selbst. Neu im Fokus steht damit die praktische Umsetzung der Impfkampagne direkt in Pflegeeinrichtungen.
Das Bundeskabinett hebt 2027 die Beitragsbemessungsgrenzen an. Betroffen sind vor allem Gutverdiener; der Bundesrat muss noch zustimmen.
Einordnung: Die Erhöhung ist nun vom Kabinett beschlossen; zusätzlich werden Renten- und Arbeitslosenversicherung sowie weitere Rechengrößen genannt.
Vorher: „GKV-Beitragsbemessungsgrenze steigt 2027 deutlich um 563 Euro“ (21.09.2026)
Das Bundeskabinett hebt 2027 die Beitragsbemessungsgrenzen an. Betroffen sind vor allem Gutverdiener; der Bundesrat muss noch zustimmen.
Das Bundeskabinett hat die Sozialversicherungsrechengrößen für 2027 beschlossen. Grundlage ist laut Bundesarbeitsministerium die Lohnentwicklung von 4,38 Prozent im Jahr 2025. Die Beitragsbemessungsgrenze in der Krankenversicherung steigt auf monatlich 6.375 Euro beziehungsweise 76.500 Euro jährlich. In der allgemeinen Renten- und Arbeitslosenversicherung liegt sie künftig bei 8.850 Euro im Monat oder 106.200 Euro im Jahr. Die allgemeine Jahresarbeitsentgeltgrenze der Krankenversicherung wird auf 84.150 Euro angehoben. Die Bezugsgröße in der Sozialversicherung beträgt 4.130 Euro monatlich. Betroffen sind nach Angaben des Ministeriums nur Versicherte, deren Einkommen bereits oberhalb der bisherigen Beitragsbemessungsgrenzen lag; für die überwiegende Mehrheit ändere sich nichts. Der Bundesrat muss der Verordnung noch zustimmen.
McKinsey: KI und Digitalisierung könnten 80 Milliarden sparen
KI und Digitalisierung könnten das Gesundheitssystem laut McKinsey jährlich um 80 Milliarden Euro entlasten. Entscheidend sei die konsequente Nutzung.
KI und Digitalisierung könnten das Gesundheitssystem laut McKinsey jährlich um 80 Milliarden Euro entlasten. Entscheidend sei die konsequente Nutzung.
Nach einer der F.A.Z. vorliegenden McKinsey-Analyse könnten KI und Digitalisierung dem Gesundheitssystem zusätzlich 80 Milliarden Euro im Jahr sparen. Rund zwei Drittel des Potenzials entfielen auf höhere Produktivität, ein Drittel auf eine geringere Leistungsnachfrage, etwa durch digitale Triage und die Fernüberwachung chronisch Kranker. Die größten Hebel seien die elektronische Patientenakte mit 9,3 Milliarden Euro, die Fernüberwachung mit 6,4 Milliarden Euro und digitale Anwendungen zum Selbstmanagement chronischer Erkrankungen mit sechs Milliarden Euro. Entscheidend sei nun weniger der Zugang zur Technik als deren tatsächliche Nutzung. Allein der konsequente Einsatz der elektronischen Patientenakte könnte demnach 6,2 Milliarden Euro bringen. Die Schätzungen sind jedoch mit Vorsicht zu betrachten, da sie teils eine sehr breite künftige Nutzung voraussetzen und McKinsey selbst im Digitalisierungsgeschäft berät.
Gesundheitspolitik und Versorgungssysteme
07.10.2026
Krankenkassen sehen stabile Beiträge durch Sparpaket gefährdet
Der GKV-Spitzenverband warnt: Nachbesserungen am Sparpaket könnten die Finanzierungslücke vergrößern und stabile Beiträge 2027 gefährden.
Einordnung: Neu ist die Stellungnahme des GKV-Spitzenverbands: Geplante Ergänzungen könnten die Gegenfinanzierung verfehlen und stabile Beiträge 2027 gefährden.
Vorher: „AOK lobt GKV-Sparpaket, warnt aber vor offenen Fragen“ (05.10.2026)
Der GKV-Spitzenverband warnt: Nachbesserungen am Sparpaket könnten die Finanzierungslücke vergrößern und stabile Beiträge 2027 gefährden.
Die gesetzlichen Krankenkassen warnen vor zusätzlichen Finanzrisiken durch geplante Änderungen am Sparpaket für stabile Beiträge 2027. Wie die F.A.Z. unter Berufung auf eine Stellungnahme des GKV-Spitzenverbands berichtet, seien die finanziellen Auswirkungen kaum abzuschätzen; die notwendige Gegenfinanzierung werde womöglich nur knapp erreicht. Union und SPD wollen unter anderem 550 Millionen Euro zusätzlich für Kliniken sowie Regelungen zur Absicherung der psychotherapeutischen Versorgung vorsehen. Neu ist damit, dass nach dem bereits beschlossenen Paket nun geplante Ergänzungen das Ziel stabiler Beiträge gefährden könnten. Der Verband kritisiert, Einsparungen etwa bei Kliniken sowie in Teilen der hausärztlichen und psychotherapeutischen Versorgung zurückzunehmen und die Belastungen auf andere Leistungserbringer und erneut auf die Kassen zu verlagern.
Nach gravierenden Pflegemängeln müssen 33 Schwerpflegebedürftige ein Heim in Ottobeuren verlassen. Für fast alle gibt es Ersatzplätze.
Nach gravierenden Pflegemängeln müssen 33 Schwerpflegebedürftige ein Heim in Ottobeuren verlassen. Für fast alle gibt es Ersatzplätze.
Das Landratsamt Unterallgäu hat einem Pflegeheim in Ottobeuren die Betreuung von Menschen mit Pflegegrad 4 und 5 untersagt. Laut BR müssen 33 Schwerpflegebedürftige ausziehen; für fast alle sei bereits ein Platz in der Umgebung gefunden. Kontrollen hätten gefährliche Defizite etwa bei Ernährung, Wund-, Schmerz- und Medikamentenversorgung sowie beim Personaleinsatz ergeben. Der Betreiber bestreitet eine Gefährdung.
Ausbildung, Arbeitsmarkt und Fachkräftemangel
06.10.2026
6,4 Millionen Beschäftigte arbeiten regelmäßig samstags
Wochenendarbeit ist für Millionen Alltag: 6,4 Millionen Beschäftigte arbeiten regelmäßig samstags, 3,5 Millionen sonntags – besonders oft in der Pflege.
Wochenendarbeit ist für Millionen Alltag: 6,4 Millionen Beschäftigte arbeiten regelmäßig samstags, 3,5 Millionen sonntags – besonders oft in der Pflege.
Millionen Beschäftigte in Deutschland arbeiten regelmäßig am Wochenende. Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ unter Berufung auf den Mikrozensus des Statistischen Bundesamtes berichtet, waren im vergangenen Jahr rund 6,4 Millionen der gut 42,2 Millionen Arbeitnehmer an jedem oder mindestens der Hälfte aller Samstage im Dienst. Etwa 3,5 Millionen Menschen arbeiteten regelmäßig sonntags, rund 3,1 Millionen an beiden Wochenendtagen. Beschäftigte, die nur gelegentlich am Wochenende arbeiten, sind in diesen Zahlen nicht erfasst. Besonders in Branchen wie Gastronomie und Pflege gehört Sonntagsarbeit zum Arbeitsalltag.
Pflegepraxis, Organisation und Innovation
06.10.2026
AWO-Pflegekonzept bewährt sich – doch steigende Kosten belasten
Das AWO Christian-Dierig-Haus setzt erfolgreich auf feste Teams und kleine Wohngruppen. Doch steigende Kosten belasten Bewohner und Angehörige.
Das AWO Christian-Dierig-Haus setzt erfolgreich auf feste Teams und kleine Wohngruppen. Doch steigende Kosten belasten Bewohner und Angehörige.
Das Christian-Dierig-Haus der AWO setzt seit 2003 auf kleine Wohngruppen, feste Teams und Primary Nursing. Die konsequente Pflegeorganisation schaffe besonders für Menschen mit Demenz klare Alltagsstrukturen, berichtet altenpflege-online.net. Während zuletzt häufig digitale Innovationen im Mittelpunkt standen, zeigt die Einrichtung damit den Nutzen eines beständigen Organisationskonzepts. Zunehmend belasten jedoch steigende Kosten Bewohner, Angehörige und die Stimmung im Haus.
Pflegepraxis, Organisation und Innovation
06.10.2026
Uniklinik Ulm reicht als erste Magnet-Unterlagen ein
Die Uniklinik Ulm hat als erstes deutsches Krankenhaus die finalen Unterlagen für die Magnet®-Anerkennung als Zeichen höchster Pflegequalität eingereicht.
Die Uniklinik Ulm hat als erstes deutsches Krankenhaus die finalen Unterlagen für die Magnet®-Anerkennung als Zeichen höchster Pflegequalität eingereicht.
Der Campus Nord des Universitätsklinikums Ulm hat als erstes deutsches Krankenhaus die finalen Unterlagen für eine Magnet®-Anerkennung beim American Nursing Credentialing Center eingereicht. Mehr als 100 Nachweise sollen Pflegequalität, evidenzbasierte Praxis und kontinuierliche Verbesserungen belegen. Laut UKU prüfen nun US-Gutachter die Dokumente. Eine Rückmeldung wird bis Ende 2026 erwartet; bei positivem Ergebnis folgt eine mehrtägige Vor-Ort-Begutachtung. Magnet® gilt weltweit als Goldstandard für Pflegeexzellenz.
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