Regierungskoalition setzt GKV-Sparpaket durch, doch interne Gegenstimmen aus Union und SPD zeigen Widerstand, insbesondere bei gesundheitlichen Aspekten.
Regierungskoalition setzt GKV-Sparpaket durch, doch interne Gegenstimmen aus Union und SPD zeigen Widerstand, insbesondere bei gesundheitlichen Aspekten.
Die Abstimmung über das GKV-Sparpaket im Bundestag am vergangenen Freitag führte zu einer deutlichen Mehrheit für die Regierungskoalition aus Union und SPD, jedoch nicht ohne interne Opposition. Während 318 Abgeordnete dem Beitragssatzstabilisierungsgesetz ihre Zustimmung gaben, lehnten es 284 ab. Besonders bemerkenswert war die Entscheidung von vier Parlamentariern aus den Reihen von Union und SPD, gegen das Gesetz zu stimmen, darunter der CDU-Abgeordnete Kai Whittaker sowie die SPD-Parlamentarier Jan Dieren, Martin Kröber und Sabine Dittmar. Letztere äußerte Bedenken bezüglich der negativen Auswirkungen auf die Gesundheitsversorgung, insbesondere in der psychotherapeutischen und hausärztlichen Versorgung. Einige Unionsabgeordnete kritisierten zudem die geplante Besteuerung von zuckerhaltigen Getränken. Das Gesetz sieht jedoch Nachbesserungen vor, um etwaige negative Effekte auf die ambulante psychotherapeutische Versorgung zu mindern. Dies betraf insbesondere die Sicherstellung der Kontinuität bereits begonnener Behandlungen. (Quelle: aerztezeitung.de)
Hitzewelle in Westeuropa: Über 10.000 zusätzliche Todesfälle im Juni
Hitzewelle in Westeuropa: Über 10.000 Todesfälle im Juni, besonders gefährdet waren über 65-Jährige. Berichte aus EuroMOMO untermauern den Klimawandeleinfluss.
Hitzewelle in Westeuropa: Über 10.000 Todesfälle im Juni, besonders gefährdet waren über 65-Jährige. Berichte aus EuroMOMO untermauern den Klimawandeleinfluss.
In der letzten Juniwoche führte eine Hitzewelle in Westeuropa zu über 10.000 zusätzlichen Todesfällen, berichteten Wissenschaftler gemäß der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Besonders betroffen waren ältere Menschen über 65 Jahre. Die Daten stammen aus Erhebungen von EuroMOMO, einem von der EU-Gesundheitsbehörde ECDC und der WHO unterstützten Netzwerk. Extreme Hitze kann durch Hitzschläge oder die Verschärfung bestehender Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen zum Tod führen, wobei vor allem ältere Menschen gefährdet sind. „Eine derartige Übersterblichkeit zu dieser Jahreszeit ist ungewöhnlich“, erklärte Lasse Vestergaard vom dänischen Statens Serum Institut gegenüber Reuters. Die Wissenschaftler betonten, dass ein solches Ausmaß der Hitzewelle ohne den menschengemachten Klimawandel „praktisch unmöglich“ gewesen wäre. Zusätzlich gibt es Berichte, dass Frankreich und Belgien besonders stark betroffen waren.
Neue S3-Leitlinie GeriPAIN optimiert Schmerztherapie im Alter
Neue S3-Leitlinie GeriPAIN verbessert Schmerztherapie im Alter: Wichtige Anpassungen für Fachkräfte in Pflege und Altenheimen zur sicheren Medikamentengabe.
Neue S3-Leitlinie GeriPAIN verbessert Schmerztherapie im Alter: Wichtige Anpassungen für Fachkräfte in Pflege und Altenheimen zur sicheren Medikamentengabe.
Analgetika werden bei älteren Patienten oft anders verstoffwechselt als bei jüngeren, was die Schmerztherapie für geriatrische Patienten komplexer gestaltet. Die S3-Leitlinie GeriPAIN der Ärzte Zeitung beleuchtet, was bei der Behandlung von Schmerzen im Alter zu beachten ist. Eine Multimedikation kann bei diesen Patienten zu erhöhten Nebenwirkungen führen. Daher ist eine angepasste, sorgfältige Abwägung der Therapiemöglichkeiten entscheidend, um Medikamente effektiv und sicher einzusetzen. Besonders Fachkräfte in Altenheimen sowie Pflegeeinrichtungen sind aufgerufen, diese Leitlinien in ihrer täglichen Praxis zu berücksichtigen, um die Lebensqualität der geriatrischen Patienten zu verbessern. Die Details und Empfehlungen der Leitlinie sind für Fachkräfte nach einem kostenlosen Login auf aerztezeitung.de verfügbar.
Gesundheitspolitik und Versorgungssysteme
13.07.2026
Fachtagung in Berlin: Community Health Nursing soll gestärkt werden
Fachtagung in Berlin: Experten diskutieren über die Stärkung von Community Health Nursing in der Primärversorgung und die mögliche gesetzliche Verankerung.
Fachtagung in Berlin: Experten diskutieren über die Stärkung von Community Health Nursing in der Primärversorgung und die mögliche gesetzliche Verankerung.
Die Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) und der Bosch Health Campus haben in Berlin eine Fachtagung zur Stärkung von Community Health Nursing im Rahmen der Primärversorgung veranstaltet. Experten aus verschiedenen Ländern diskutierten, wie Primärversorgung näher an die Lebensrealität der Menschen gebracht werden kann. Laut einer Keynote von Prof. Dr. Katharina Janus geht es um mehr als nur eine Eingangstür im Gesundheitssystem, sondern um eine umfassende Koordination der Akteure und kontinuierliche Versorgung. **www.eu-schwerbehinderung.eu** berichtet über die Möglichkeit, Community Health Nursing gesetzlich zu verankern.
Japan setzt auf KI-Roboter gegen Fachkräftemangel bis 2040
Japan plant bis 2040 den Einsatz von zehn Millionen KI-Robotern, um in 18 Branchen, darunter Altenpflege, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.
Japan plant bis 2040 den Einsatz von zehn Millionen KI-Robotern, um in 18 Branchen, darunter Altenpflege, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.
Japan plant bis 2040 den verstärkten Einsatz von humanoiden Robotern, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Das Milliardenprojekt sieht vor, rund zehn Millionen KI-Roboter in 18 Branchen, darunter Altenpflege und Gastronomie, zu integrieren. Besonders in ländlichen Gebieten, die stark vom demografischen Wandel betroffen sind, sollen die Roboter Arbeitskräfte unterstützen und ersetzen. Die Regierung arbeitet dazu mit internationalen Forschungseinrichtungen zusammen und setzt auf das KI-Modell "Noetra", welches von Unternehmen wie SoftBank und Sony entwickelt wird, berichtet "TechRadar".
Studie prognostiziert Verdopplung der Demenzfälle in Schleswig-Holstein bis 2060
Studie: Demenzfälle in Schleswig-Holstein könnten sich bis 2060 verdoppeln. Präventive Maßnahmen könnten jedoch fast die Hälfte der Neuerkrankungen verhindern.
Studie: Demenzfälle in Schleswig-Holstein könnten sich bis 2060 verdoppeln. Präventive Maßnahmen könnten jedoch fast die Hälfte der Neuerkrankungen verhindern.
Laut einer AOK-Studie, die in Zusammenarbeit mit Universitäten aus Köln, Trier und Rostock entstand, könnten sich die Demenzfälle bis 2060 in Schleswig-Holstein nahezu verdoppeln. Derzeit gibt es etwa 44.834 Demenzkranke in der Region, was sich auf bis zu 80.504 erhöhen könnte. Dr. Max Nedelmann, Neurologe am Klinikum Pinneberg, führt dies auf den demographischen Wandel zurück. Die Studie zeigt ein Stadt-Land-Gefälle, wobei ländliche Regionen stärker betroffen sind. Prävention, so Nedelmann, könnte fast die Hälfte der Neuerkrankungen verhindern, berichtet "www.ndr.de".
Bundesarbeitsgericht: Kündigung ohne bEM bei Langzeitkranken unzulässig
Das Bundesarbeitsgericht entschied: Kündigungen bei Langzeitkranken ohne vorheriges Angebot eines betrieblichen Eingliederungsmanagements sind unzulässig.
Das Bundesarbeitsgericht entschied: Kündigungen bei Langzeitkranken ohne vorheriges Angebot eines betrieblichen Eingliederungsmanagements sind unzulässig.
Das Bundesarbeitsgericht hat entschieden, dass eine Kündigung von wiederholt langzeitkranken Arbeitnehmern ohne ein zuvor angebotene betriebliche Eingliederungsmanagement (bEM) nicht zulässig ist. Selbst wenn ein Arbeitnehmer ein solches Eingliederungsmanagement in der Vergangenheit abgelehnt hat, muss der Arbeitgeber bei erneuter längerer Krankheitsdauer diesen Prozess weiterhin regelmäßig anbieten. Ein Einwurfeinschreiben reicht als Beweis für das Zugangsangebot des bEM nicht aus. Im vorliegenden Fall, der einen Arbeitnehmer aus Hamburg betraf, wurde die Kündigung als sozial ungerechtfertigt und somit unwirksam erklärt, da der Arbeitgeber das bEM nicht ordnungsgemäß angeregt hatte. Die Richter des Bundesarbeitsgerichts betonten, dass ein vollständiges und bewiesenes bEM-Verfahren eine Voraussetzung für eine rechtmäßige Kündigung in solchen Fällen darstellt. (Quelle: Ärzte Zeitung)
GKV-Gesetz: Pflegekammer RLP warnt vor Versorgungsengpässen in der Pflege
Die Pflegekammer RLP warnt nach dem neuen GKV-Gesetz vor Versorgungsengpässen. Steigender Kostendruck könnte Personalabbau und Pflegequalität bedrohen.
Die Pflegekammer RLP warnt nach dem neuen GKV-Gesetz vor Versorgungsengpässen. Steigender Kostendruck könnte Personalabbau und Pflegequalität bedrohen.
Die Landespflegekammer Rheinland-Pfalz warnt nach dem Beschluss des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes im Bundestag vor drohenden Versorgungslücken im Land. Laut der Kammer erhöht das Gesetz den finanziellen Druck auf Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen. Dies könnte Personalabbau und unbesetzte Stellen zur Folge haben, was sich negativ auf die Pflegequalität auswirken könnte. Präsident Dr. Markus Mai kritisiert, dass die Pflege als zentrale Schnittstelle im Gesundheitswesen von der Entscheidung betroffen ist und fordert eine Nachbesserung durch die Landesregierung. (Quelle: pflegekammer-rlp.de)
Pflegepraxis, Organisation und Innovation
11.07.2026
Charité schult Pflegekräfte kostenfrei für Krisensituationen online
Die Charité bietet kostenfreie Online-Trainings für Pflegekräfte an, um sie auf Krisensituationen wie Stromausfälle besser vorzubereiten.
Die Charité bietet kostenfreie Online-Trainings für Pflegekräfte an, um sie auf Krisensituationen wie Stromausfälle besser vorzubereiten.
Das Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft der Charité – Universitätsmedizin Berlin hat Schnell-Lern-Lektionen (SLL) zur Krisenvorbereitung entwickelt, berichtet BibliomedPflege. Diese Module, die kostenfrei online verfügbar sind, sollen Pflegefachkräfte besser auf Notfälle wie Stromausfälle und Bevölkerungsrisiken vorbereiten. Sie bestehen aus Audio- und Videomaterial zu Themen wie Bevölkerungs- und Katastrophenschutz. Die Initiative ist Teil des Projekts "Aufrechterhaltung ambulanter Pflegeinfrastrukturen in Krisenzeiten" (AUPIK).
Erhöhte Krankenkassenbeiträge belasten Schwerbehinderte und Pflegebedürftige
Erhöhte Krankenkassenbeiträge treffen Schwerbehinderte und Pflegebedürftige hart: Zuzahlungen steigen um 50 Prozent, während Zuschüsse gekürzt werden.
Erhöhte Krankenkassenbeiträge treffen Schwerbehinderte und Pflegebedürftige hart: Zuzahlungen steigen um 50 Prozent, während Zuschüsse gekürzt werden.
Der Bundestag hat ein Gesetz zur Stabilisierung der Beitragssätze in der gesetzlichen Krankenversicherung beschlossen, das besonders Schwerbehinderte und Pflegebedürftige treffen wird. Laut Informationen von "www.gegen-hartz.de" werden die Zuzahlungen für verschreibungspflichtige Medikamente und andere Leistungen um 50 Prozent erhöht. Während die Belastungsgrenzen für chronisch Kranke bei einem Prozent bleiben, müssen Versicherte mit höheren Kosten beim Zahnersatz rechnen, da der Zuschuss der Krankenkassen reduziert wurde. Kritiker bemängeln, dass die Änderungen gerade für finanziell schwache Gruppen eine zusätzliche Belastung darstellen.
Wir verwenden notwendige Cookies für den Betrieb dieser Website.
Zusätzlich nutzen wir Google reCAPTCHA zum Schutz vor Spam, das Daten an Google überträgt.
Sie können zustimmen oder nur notwendige Cookies erlauben.
Mehr erfahren.