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Pflegepolitik und Recht
11.08.2026
Neuer Gesundheitsminister Linnemann stellt Pflegeversicherungsreform vor
Neuer Gesundheitsminister Linnemann präsentiert umstrittene Pflegeversicherungsreform: Beitragsanhebung und Deckelung der Eigenanteile als zentrale Maßnahmen.
Neuer Gesundheitsminister Linnemann präsentiert umstrittene Pflegeversicherungsreform: Beitragsanhebung und Deckelung der Eigenanteile als zentrale Maßnahmen.
Carsten Linnemann, der neue Bundesgesundheitsminister, sieht sich gleich zu Beginn seiner Amtszeit mit einer großen Herausforderung konfrontiert: die Reform der Pflegeversicherung. Der aktuelle Gesetzentwurf soll verhindern, dass die Beitragssätze zur Sozialen Pflegeversicherung weiter steigen, während die Eigenanteile in Pflegeheimen begrenzt werden. Trotz gestiegener Beitragssätze von 3,05 Prozent im Jahr 2020 auf 3,6 Prozent und erhöhter Eigenanteile von durchschnittlich 3364 Euro im Monat, reicht das Geld nicht aus. Für 2027 wird eine Finanzierungslücke von 7,6 Milliarden Euro erwartet. Geplant ist, die Bemessungsgrenze der beitragspflichten Einkommen anzuheben und der Kinderlosenzuschlag soll erhöht werden. Die meisten Vorschläge des Ministeriums, wie die Kürzung der Rentenbeiträge für pflegende Angehörige oder eine erschwerte Zuweisung von Pflegegraden, finden sich in dem Entwurf. Der Verband der Privaten Krankenversicherung kritisiert den Gesetzentwurf und fordert stattdessen ein Einfrieren der Ausgaben auf dem heutigen Niveau. (Quelle: F.A.Z.)
Pflegekosten in Bayern steigen: Eigenanteil jetzt bei 2.609 Euro
Pflegeheimbewohner in Bayern zahlen jetzt im Schnitt 2.609 Euro monatlich als Eigenanteil, was die finanzielle Belastung weiter steigen lässt.
Pflegeheimbewohner in Bayern zahlen jetzt im Schnitt 2.609 Euro monatlich als Eigenanteil, was die finanzielle Belastung weiter steigen lässt.
Die finanzielle Belastung für Pflegeheimbewohner in Bayern hat sich seit Jahresbeginn deutlich erhöht, berichtet die AOK Bayern. Laut einer Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) beträgt der durchschnittliche Eigenanteil nun 2.609 Euro pro Monat, was einem Anstieg von über 50 Euro entspricht. Obwohl Bayern leicht unter dem Bundesdurchschnitt von 2.707 Euro liegt, bleibt die finanzielle Last erheblich. Alexandra Krist von der AOK Bayern fordert dringend eine grundlegende Reform der sozialen Pflegeversicherung, um Pflegebedürftige und ihre Angehörigen vor zu hohen Eigenanteilen zu schützen.
SVDGV: Neun Reformen für digitale Zukunft der Pflegeversorgung
Der SVDGV präsentiert neun digitale Reformen, um die Pflegeversorgung zukunftsfähig zu machen und reagiert auf laufende Beratungen des Pflegeneuordnungsgesetzes.
Der SVDGV präsentiert neun digitale Reformen, um die Pflegeversorgung zukunftsfähig zu machen und reagiert auf laufende Beratungen des Pflegeneuordnungsgesetzes.
Der Spitzenverband Digitale Gesundheitsversorgung (SVDGV) hat in einem Positionspapier neun Reformschritte vorgestellt, um die Pflegeversorgung in Deutschland digital zu unterstützen und zukunftsfähig zu gestalten. Mit der Veröffentlichung wird auf die laufende Beratung des Pflegeneuordnungsgesetzes reagiert, dessen Kabinettsbeschluss noch aussteht. Das Papier fordert, digitale Lösungen in die Regelversorgung zu integrieren, um strukturelle und organisatorische Defizite zu überwinden und die Pflegekompetenz von Fachkräften, Angehörigen und Betroffenen zu stärken. (Quelle: www.monitor-versorgungsforschung.de)
"Ermittlungen gegen Pfleger Ulrich S. weiten sich auf über 120 Fälle aus"
Die Ermittlungen gegen Pfleger Ulrich S. weiten sich auf über 120 Fälle wegen möglicher Tötungsdelikte aus, melden Staatsanwaltschaften aus Aachen und Köln.
Die Ermittlungen gegen Pfleger Ulrich S. weiten sich auf über 120 Fälle wegen möglicher Tötungsdelikte aus, melden Staatsanwaltschaften aus Aachen und Köln.
Der Fall des Krankenpflegers Ulrich S. nimmt zunehmend größere Dimensionen an. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Aachen wird gegen den Mann derzeit in mehr als 120 Verdachtsfällen ermittelt. S. war Ende des vergangenen Jahres wegen zehnfachen Mordes und 27-fachen Mordversuchs zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Inzwischen wurden 39 Leichname von Patienten, die während seiner Dienstzeit starben, exhumiert. Auch in Köln laufen Ermittlungen in 18 Verdachtsfällen, wobei bisher sieben Exhumierungen angeordnet wurden. Das Aachener Landgericht verurteilte den Pfleger für Taten zwischen Dezember 2023 und Mai 2024, weil er Patienten eigenmächtig stark sedierende Medikamente verabreichte. Ulrich S. bestreitet die Vorwürfe, doch das Gericht stellte die besondere Schwere der Schuld fest. Weitere Ermittlungen zu möglichen Tötungsdelikten vor Ende 2023 laufen derzeit. Quelle: F.A.Z.
Ehemaliger Pfleger für bis zu 130 Patiententodesfälle verantwortlich?
Ehemaliger Pfleger in Würselen womöglich für über 120 weitere Patiententodesfälle verantwortlich – Ermittlungen und Exhumierungen geplant.
Ehemaliger Pfleger in Würselen womöglich für über 120 weitere Patiententodesfälle verantwortlich – Ermittlungen und Exhumierungen geplant.
Im November wurde ein ehemaliger Pfleger wegen Mordes an zehn Patienten in einer Klinik in Würselen verurteilt. Neue Ermittlungen deuten darauf hin, dass dieser Mann möglicherweise für mehr als 120 weitere Todesfälle verantwortlich sein könnte. Laut einem Bericht der 'Ärzte Zeitung' stehen nun Exhumierungen im Raum, um die Vorwürfe zu überprüfen. Die umfassenden Untersuchungen könnten sowohl in Fachkreisen als auch bei den betroffenen Einrichtungen starke Reaktionen hervorrufen. Quellen berichten, dass dies einen der größten Fälle von Serienverbrechen im Gesundheitswesen darstellen könnte. Näheres dazu ist bei der vollständigen Einsicht des Berichts möglich, der allerdings nur registrierten Nutzern auf der Webseite der 'Ärzte Zeitung' zugänglich ist.
Pflegepraxis, Organisation und Innovation
10.08.2026
MÜNCHENSTIFT: Primary Nursing in allen Häusern bis 2027 eingeführt
MÜNCHENSTIFT: Bis 2027 Primary Nursing in allen Häusern eingeführt, um Pflegeberuf zu stärken und Betreuungsqualität zu verbessern.
MÜNCHENSTIFT: Bis 2027 Primary Nursing in allen Häusern eingeführt, um Pflegeberuf zu stärken und Betreuungsqualität zu verbessern.
Die städtische Seniorendienstleisterin MÜNCHENSTIFT hat in all ihren Häusern das Konzept des Primary Nursing eingeführt, wie auf www.altenpflege-online.net berichtet wird. Primary Nurses übernehmen Verantwortung für feste Bewohnergruppen und fungieren als kontinuierliche Ansprechpartner:innen, ohne die Verantwortung nach Schichtende abzugeben. Dieser Ansatz zielt darauf ab, den Pflegeberuf attraktiver zu gestalten und die Betreuungsqualität zu erhöhen, so Predrag Savic von MÜNCHENSTIFT. Das Modell wird sukzessive in allen Einrichtungen bis 2027 umgesetzt.
Gesundheitspolitik und Versorgungssysteme
09.08.2026
Ärztlicher Bereitschaftsdienst in Nordrhein: Erfolgreicher Start
Hohe Nachfrage: Neuer ärztlicher Bereitschaftsdienst in Nordrhein verzeichnet erfolgreiche Einführung – 6.000 Fahrdienste in nur 12 Stunden vergeben.
Hohe Nachfrage: Neuer ärztlicher Bereitschaftsdienst in Nordrhein verzeichnet erfolgreiche Einführung – 6.000 Fahrdienste in nur 12 Stunden vergeben.
Der neu strukturierte ärztliche Bereitschaftsdienst in Nordrhein erweist sich als großes Erfolgsmodell. Innerhalb von nur zwölf Stunden waren alle 6.000 Fahrdienste vergeben, was die hohe Nachfrage und Akzeptanz unter den Kooperationsmedizinern deutlich zeigt. Quelle: Ärzte Zeitung, 09.08.2026.
Stiko empfiehlt Corona-Auffrischung ab 75 und bei Long Covid im Spätsommer
Die Stiko empfiehlt im Spätsommer eine Corona-Auffrischung für Personen ab 75 Jahren und für Long Covid-Betroffene zur besseren Schutzwirkung.
Die Stiko empfiehlt im Spätsommer eine Corona-Auffrischung für Personen ab 75 Jahren und für Long Covid-Betroffene zur besseren Schutzwirkung.
Die Corona-Impfempfehlung hat sich verändert. Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat ihre Empfehlung zur Covid-19-Impfung aktualisiert, indem sie den Personenkreis, dem die Impfung angeraten wird, sowie den Impfzeitpunkt angepasst hat. Ab sofort wird die jährliche Auffrischung ab 75 Jahren empfohlen. Neu hinzugekommen sind Menschen, die nach einer Covid-19-Infektion an Spätfolgen wie Long Covid leiden, da eine erneute Infektion bestehende Beschwerden verstärken kann. Weitere Risikogruppen, ähnlich wie bisher, sollten die Auffrischung ebenfalls wahrnehmen. Der empfohlene Impfzeitpunkt wurde in den Spätsommer, also August oder September, verlegt. Laut Stiko kann diese Neubewertung helfen, den Impfschutz besser aufrechtzuerhalten. Stiftung Warentest berichtet, dass die Impfstoffe regelmäßig an neue Virusvarianten angepasst werden und aktuell der an LP.8.1 angepasste mRNA-Impfstoff Comirnaty verfügbar ist.
Dauerhafte Deckelung des Pflegebudgets ab 2027: Kritik von Fachverbänden
Pflegebudget-Deckel sorgt ab 2027 für Kritik: Fachverbände warnen vor Personalabbau und verschlechterter Versorgung in Krankenhäusern.
Pflegebudget-Deckel sorgt ab 2027 für Kritik: Fachverbände warnen vor Personalabbau und verschlechterter Versorgung in Krankenhäusern.
Die Bundesregierung plant ab Januar 2027 eine dauerhafte Deckelung des Pflegebudgets für Krankenhäuser, wie "gegen-hartz.de" berichtet. Dies betrifft vor allem Menschen mit Pflegebedarf, die stationär behandelt werden. Das entsprechende Pflegebudget gemäß § 6a KHEntgG wird künftig nur noch im Rahmen der allgemeinen Lohnzuwächse der gesetzlichen Krankenversicherung wachsen. Zudem entfällt die pauschale Finanzierung pflegeentlastender Maßnahmen. Fachverbände kritisieren, dass dies das Risiko erhöht, dass Pflegepersonal abgebaut wird und die Versorgung von pflegebedürftigen Patienten leidet.
Ausbildung, Arbeitsmarkt und Fachkräftemangel
09.08.2026
Deutschland: Pflegekrise durch Fachkräftemangel und Integration erschwert
Pflegekrise in Deutschland spitzt sich zu: Fachkräftemangel verschärft, internationale Pflegekräfte unverzichtbar, Integration gefordert, warnt aktuelle Studie.
Pflegekrise in Deutschland spitzt sich zu: Fachkräftemangel verschärft, internationale Pflegekräfte unverzichtbar, Integration gefordert, warnt aktuelle Studie.
Deutschland steht vor einer großen Herausforderung im Pflegebereich, da der Mangel an Fachkräften im Gesundheitswesen zunehmend spürbar wird. Wie eine aktuelle Studie zeigt, sind Pflegeeinrichtungen stark auf internationale Pflegekräfte angewiesen, wobei fast 40 Prozent der auf der Plattform Pflegia registrierten Pflegekräfte keinen deutschen Pass besitzen. Besonders hoch ist dieser Anteil in wirtschaftsstarken Bundesländern und Stadtstaaten wie Berlin. Hier haben über die Hälfte der Pflegekräfte eine ausländische Herkunft. Doch während in den alten Bundesländern der Anteil internationaler Pflegekräfte bei über 44 Prozent liegt, sind es in den neuen Bundesländern lediglich 25 Prozent. Experten betonen die Notwendigkeit, nicht nur Fachkräfte aus dem Ausland anzuwerben, sondern auch ihre Integration in den Arbeitsmarkt zu verbessern. Dies ist angesichts des prognostizierten Mangels von bis zu 690.000 Pflegekräften bis 2049 besonders dringend, berichtet die Allgäuer Zeitung.
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