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Ausbildung & Arbeitsmarkt

Projekt Pflegecoach: Bis zu 100 erfahrene Pflegekräfte sollen neue Beschäftigte begleiten

Der Internationale Bund und das Unternehmen Innovation Pflegen entwickeln eine berufsbegleitende Fortbildung für Pflegecoachs. Erfahrene Pflegekräfte sollen neue Beschäftigte als feste Ansprechpersonen bei der Einarbeitung unterstützen.

Lenz überreicht Schwester Wagner ein Paket mit der Aufschrift „Kostenfrei“. Das gespannte Geschenkband reißt dabei die wenigen freien Zeitfelder aus ihrem Dienstplan.

Das Konzept und das Rollenprofil entstehen gemeinsam mit den teilnehmenden Betrieben.

Eigene Rolle für die Einarbeitung

Das Projekt „Pflegecoach“ ist am 16. Oktober 2026 gestartet und läuft bis zum 31. August 2028. Teilnehmen können ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen, Krankenhäuser und Fachkliniken. Bis zu 100 erfahrene Pflegekräfte sollen berufsbegleitend qualifiziert werden.

Pflegecoachs sollen neuen Kolleginnen und Kollegen helfen, sich mit Abläufen, Strukturen und dem Team vertraut zu machen. Als feste Teammitglieder sollen sie ihr Erfahrungswissen über mehrere Monate im Arbeitsalltag weitergeben. Die Funktion ist als benannte Rolle mit eigener Zeit angelegt. Ziel dieser Rollenstruktur ist, die Einarbeitung nicht davon abhängig zu machen, wer sie gerade nebenbei übernimmt.

Nach Angaben der Projektpartner ersetzt der Pflegecoach die Praxisanleitung nicht, sondern ergänzt sie und arbeitet parallel zu ihr. Praxisanleiterinnen und Praxisanleiter sind demnach für die Begleitung Auszubildender qualifiziert und freigestellt. Pflegecoachs sollen dagegen neue Kolleginnen und Kollegen während der Einarbeitung und Integration begleiten.

Weiterbildung wird mit den Betrieben entwickelt

Die Weiterbildung ist noch nicht endgültig festgelegt. Ihre konkrete Ausgestaltung soll im Projekt gemeinsam mit den jeweiligen Betrieben bestimmt werden. Derzeit sind voraussichtlich 50 bis 100 Stunden je Pflegecoach vorgesehen.

Ein erheblicher Teil soll aus praktischen Übungen, kollegialer Beratung und Reflexion im Tandem oder in der Gruppe bestehen. Auch der regelmäßige Austausch über die Erfahrungen der langjährig Beschäftigten gehört zum Konzept.

Zu Beginn ermitteln der IB und die jeweilige teilnehmende Einrichtung gemeinsam den Bedarf. Zudem klären sie, welche Beschäftigten sich für die Rolle eignen. Fortbildung und Konzept werden anschließend in verschiedenen Einrichtungen erprobt und ausgewertet.

Betriebe bringen Arbeitszeit ein

Für die teilnehmenden Betriebe ist die Weiterbildung kostenfrei. Ihr Beitrag besteht nach Angaben der Projektpartner in Arbeitszeit. Für die Begleitung jeder neuen Kollegin beziehungsweise jedes neuen Kollegen ist ungefähr eine Stunde pro Woche vorgesehen.

Ein Einstieg ist noch 2026 oder im Jahr 2027 möglich und richtet sich nach dem Zeitplan des jeweiligen Betriebs.

Rollenprofil und Einarbeitungsprozess als Projektergebnis

Am Projektende sollen ein ausformuliertes Aufgaben- und Rollenprofil für Pflegecoachs sowie ein gemeinsam überarbeiteter Einarbeitungs- und Integrationsprozess vorliegen. Der IB verfolgt das Ziel, die Rolle langfristig in den Einrichtungen zu verankern. Als weitere Projektziele nennt er eine bessere Einarbeitung und die längere Bindung von Fachkräften.

Gefördert wird das Vorhaben im Programm „Wandel der Arbeit sozialpartnerschaftlich gestalten: weiter bilden und Gleichstellung fördern“ vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales und von der Europäischen Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus).

Quellen und weiterführende Informationen

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