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Finanzen und Versicherung
13.10.2026
Studie: Pflegeanbieter brauchen 5,5 Prozent Rendite
Eine IEGUS-Studie beziffert die nötige Umsatzrendite für Pflegeanbieter auf 5,5 Prozent. Der BPA fordert ihre verbindliche Berücksichtigung.
Eine IEGUS-Studie beziffert die nötige Umsatzrendite für Pflegeanbieter auf 5,5 Prozent. Der BPA fordert ihre verbindliche Berücksichtigung.
Pflegeanbieter sollten laut einer vom BPA beauftragten IEGUS-Studie für ihr Unternehmerrisiko eine Umsatzrendite von 5,5 Prozent vor Steuern erzielen können. Wie Care vor9 berichtet, wurde damit erstmals ein bundesweiter Orientierungswert für ambulante und stationäre Pflege ermittelt. Er soll Vergütungsverhandlungen mit Kostenträgern unterstützen. Der BPA fordert, das allgemeine Unternehmerrisiko gesetzlich verbindlich bei Pflegesatzverhandlungen zu berücksichtigen.
Die Pflegereform könnte häuslich Gepflegte ab 2027 finanziell belasten: Beim Entlastungsbetrag drohen Einbußen von bis zu 1.572 Euro jährlich.
Einordnung: Neu sind Details zum geplanten Sozialraumbudget: Bis zu 1.572 Euro jährlich könnten fehlen, bei Pflegegrad 1 soll der Betrag entfallen.
Vorher: „Pflegereform: Kürzungen für häuslich Gepflegte ab 2027“ (06.10.2026)
Die Pflegereform könnte häuslich Gepflegte ab 2027 finanziell belasten: Beim Entlastungsbetrag drohen Einbußen von bis zu 1.572 Euro jährlich.
Die geplante Pflegereform könnte häuslich versorgte Pflegebedürftige und Angehörige zusätzlich belasten. Laut Gegen-Hartz.de soll der Entlastungsbetrag von 131 Euro ab 2027 für Erwachsene mit Pflegegrad 2 bis 5 durch ein Sozialraumbudget von bis zu 175 Euro ersetzt werden, das nicht für Tagespflege einsetzbar wäre. Dadurch könnten jährlich bis zu 1.572 Euro fehlen. Bei Pflegegrad 1 soll der Betrag entfallen. Das Gesetzgebungsverfahren läuft noch.
Ausbildung, Arbeitsmarkt und Fachkräftemangel
12.10.2026
Portal aktualisiert Überblick zu Fachkräftebedarf und Zuwanderung
Sozialpolitik-aktuell.de bündelt neue Analysen zu Fachkräftebedarf und Zuwanderung – darunter Studien zu Integration und Berufsanerkennung in der Pflege.
Sozialpolitik-aktuell.de bündelt neue Analysen zu Fachkräftebedarf und Zuwanderung – darunter Studien zu Integration und Berufsanerkennung in der Pflege.
Das Informationsportal sozialpolitik-aktuell.de hat seine Übersicht zum Fachkräftebedarf aktualisiert. Neu aufgenommen wurde eine Untersuchung zur Fachkräfteeinwanderung und zu Integrationsprozessen in einem bayerischen Klinikverbund. Das von Andrea Müller und Eckhard Geitz verfasste Working Paper erschien im Oktober 2026 bei der Hans-Böckler-Stiftung. Die Themenseite bündelt außerdem aktuelle Analysen zu Fachkräfteengpässen, Arbeitsmarktprognosen, Zuwanderung und Strategien der Personalgewinnung. Für Pflegeeinrichtungen verweist das Portal unter anderem auf eine Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung zu Chancen, Hürden und Erfolgsfaktoren bei der Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen.
AfD fordert Auskunft zur Finanzlage der Pflegeversicherung
Die AfD fordert von der Bundesregierung Zahlen zur Finanzlage der Pflegeversicherung und zur möglichen Entwicklung der Beitragssätze 2027.
Die AfD fordert von der Bundesregierung Zahlen zur Finanzlage der Pflegeversicherung und zur möglichen Entwicklung der Beitragssätze 2027.
Die AfD-Fraktion verlangt von der Bundesregierung Auskunft zur aktuellen Finanzlage der Sozialen Pflegeversicherung. In einer Kleinen Anfrage erkundigt sie sich nach der Liquidität zum Ende des ersten Halbjahres 2026 und der voraussichtlichen Entwicklung der Beitragssätze im Jahr 2027. Hintergrund sind laut Deutschem Bundestag wachsende Defizite sowie steigende Belastungen für Beitragszahler und Pflegebedürftige durch höhere Eigenanteile. Damit rücken neben den bereits angekündigten Anträgen zur Pflegefinanzierung nun konkrete Angaben der Bundesregierung zur Finanzentwicklung in den Fokus.
Gesundheitspolitik und Versorgungssysteme
12.10.2026
Linnemann will Gesundheitssystem für Kriegsfall rüsten
Bundesgesundheitsminister Linnemann will das Gesundheitswesen auf einen möglichen Krieg vorbereiten und Infrastruktur, Personal sowie Lieferketten stärken.
Bundesgesundheitsminister Linnemann will das Gesundheitswesen auf einen möglichen Krieg vorbereiten und Infrastruktur, Personal sowie Lieferketten stärken.
Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) will das Gesundheitssystem dringend auf kriegsbedingte Krisen vorbereiten. Gesundheitspolitik sei inzwischen ein fester Bestandteil der Sicherheitspolitik, sagte er laut Deutschem Ärzteblatt beim Weltgesundheitsgipfel in Berlin. Maßnahmen für mehr Krisenfestigkeit sollen im angekündigten Gesundheitssicherstellungsgesetz geregelt werden. Einen Termin für den zuletzt für den Spätsommer erwarteten Entwurf nannte Linnemann nicht; das Ministerium werde ihn „bald“ vorlegen.
Erforderlich seien Investitionen in Infrastruktur, Personal und Material sowie weniger Abhängigkeit von einzelnen pharmazeutischen Lieferketten. Dabei dürfe Krisenvorsorge nicht mit einer noch höheren Belastung von Ärzten, Pflege- und Rettungskräften erkauft werden. Linnemann forderte attraktivere Arbeitsbedingungen und ausreichende Ausbildungskapazitäten. Das System müsse auf das schlimmste Szenario, einen Krieg gegen die NATO, vorbereitet sein.
Abrechnungsbetrug: Pflegedienst im Großraum Hamburg im Visier
Die Staatsanwaltschaft Lübeck ermittelt gegen einen Pflegedienst im Großraum Hamburg wegen mutmaßlichen Abrechnungsbetrugs in Millionenhöhe.
Die Staatsanwaltschaft Lübeck ermittelt gegen einen Pflegedienst im Großraum Hamburg wegen mutmaßlichen Abrechnungsbetrugs in Millionenhöhe.
Im Großraum Hamburg ermittelt die Staatsanwaltschaft Lübeck gegen einen ambulanten Pflegedienst wegen mutmaßlichen Abrechnungsbetrugs. Nach Recherchen der „MOPO“ soll er nicht oder nur teilweise erbrachte Leistungen abgerechnet und Pflegebedürftige mit monatlichen Barzahlungen zum Schweigen gebracht haben. Zudem stehen gefälschte Unterschriften, erschlichene Pflegegrade und fingierte Dienstpläne im Raum. Neu ist damit eine Spur nach Norddeutschland; der mögliche Schaden könnte in die Millionen gehen.
Die OECD beziffert Pandemievorsorge auf jährlich 5,90 Dollar pro Kopf – und stellt den Ausgaben mögliche Billionenschäden durch neue Pandemien gegenüber.
Die OECD beziffert Pandemievorsorge auf jährlich 5,90 Dollar pro Kopf – und stellt den Ausgaben mögliche Billionenschäden durch neue Pandemien gegenüber.
Die OECD warnt davor, Investitionen in die Pandemievorsorge trotz anderer politischer Prioritäten zu vernachlässigen. Neu sind konkrete Modellrechnungen zu Kosten und Nutzen: Der Ausbau von Vorsorge und Reaktionsfähigkeit würde in den OECD-Ländern über zehn Jahre durchschnittlich sieben Milliarden Dollar jährlich beziehungsweise 5,90 Dollar pro Einwohner kosten. Demgegenüber beziffert die Organisation den weltweiten wirtschaftlichen Schaden der Coronapandemie bis 2024 auf 13,8 Billionen Dollar, berichtet aerzteblatt.de.
Frühzeitige lokale Infektionsschutzmaßnahmen, Telearbeit, Quarantäne und begrenzte Inlandsreisen könnten laut OECD Todesfälle und wirtschaftliche Verluste verringern sowie härtere Eingriffe vermeiden. Entscheidend seien leistungsfähige Meldesysteme einschließlich Abwasserüberwachung sowie Vorräte an Masken, Schutzausrüstung und Desinfektionsmitteln. Fachleute sehen in Deutschland zugleich Nachholbedarf bei der Bewertung nicht pharmazeutischer Maßnahmen und bei vorbereiteten Verfahren für schnelle Studien.
Ausbildung, Arbeitsmarkt und Fachkräftemangel
11.10.2026
WHO-Studie: Pflegekräfte und Ärzte psychisch stark belastet
Jede dritte befragte Pflege- oder ärztliche Fachkraft in Europa zeigt laut WHO Symptome von Depressionen oder Angst. Experten fordern mehr Schutz und Hilfe.
Jede dritte befragte Pflege- oder ärztliche Fachkraft in Europa zeigt laut WHO Symptome von Depressionen oder Angst. Experten fordern mehr Schutz und Hilfe.
Psychische Belastungen bei Ärzten und Pflegefachkräften sind deutlich häufiger als in der Allgemeinbevölkerung. Laut einer beim Marburger Bund Schleswig-Holstein vorgestellten WHO-Studie zeigte ein Drittel der Befragten in Europa Symptome von Depressionen oder Angsterkrankungen. Für Deutschland wurde der Anteil mit Angsterkrankungen auf rund 20 Prozent beziffert; zehn Prozent berichteten von Suizid- oder Selbstverletzungsgedanken in den vergangenen zwei Wochen. Ein Drittel hatte binnen eines Jahres Mobbing oder Gewaltandrohungen erlebt, ein Viertel arbeitete mehr als 50 Stunden pro Woche. Wie das Deutsche Ärzteblatt berichtet, erhöhen Nachtarbeit und Überstunden das Risiko zusätzlich. Fachleute fordern deshalb regelmäßiges Feedback, Supervision, klare Arbeitszeitgrenzen und vertrauliche, niedrigschwellige Hilfen. Führungskräfte müssten eine Kultur schaffen, in der Verletzlichkeit anerkannt und die Inanspruchnahme von Unterstützung gefördert wird.
GeDIG: Bundestag streitet über Nutzung von Patientendaten
Der Bundestag berät das GeDIG: Patientendaten sollen stärker genutzt werden, während Ärzte vor Risiken für Datenschutz und Vertrauen warnen.
Einordnung: Neu sind die Überweisung an den Gesundheitsausschuss sowie Streit über Datennutzung, Zuständigkeiten und Datenschutz.
Vorher: „Bundestag berät Gesetz zu Gesundheitsdaten und Innovationen“ (09.10.2026)
Der Bundestag berät das GeDIG: Patientendaten sollen stärker genutzt werden, während Ärzte vor Risiken für Datenschutz und Vertrauen warnen.
Der Bundestag hat das Gesetz für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen (GeDIG) nach der ersten Lesung an den Gesundheitsausschuss überwiesen. Nach Angaben des Deutschen Ärzteblatts sollen Daten aus der elektronischen Patientenakte stärker für Versorgung und Prävention genutzt werden. Geplant sind zudem elektronische Überweisungen und eine digitale Bedarfseinschätzung, die unnötige Arztkontakte vermeiden soll. Ärzteorganisationen warnen insbesondere vor erweiterten Datenauswertungen durch Krankenkassen und möglichen Belastungen für das Arzt-Patienten-Verhältnis. Der GKV-Spitzenverband begrüßt die Reform grundsätzlich, fordert aber, das Instrument zur digitalen Bedarfseinschätzung gemeinsam mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung zu verantworten. In den anstehenden Ausschussberatungen dürfte es daher vor allem um Datenschutz, Zuständigkeiten und mögliche Ergänzungen wie eine elektronische Einweisung gehen.
Delir nach Zystektomie: Fast jeder Dritte betroffen
Nach radikaler Zystektomie erleidet fast jeder Dritte ein Delir. Da viele Fälle unerkannt bleiben, empfiehlt ein Urologe standardisierte Risikochecks.
Nach radikaler Zystektomie erleidet fast jeder Dritte ein Delir. Da viele Fälle unerkannt bleiben, empfiehlt ein Urologe standardisierte Risikochecks.
Nach radikalen Zystektomien kann bei fast einem Drittel der Patientinnen und Patienten ein Delir auftreten. Darauf wies Alexander Piotrowski vom Klinikum Bad Hersfeld laut aerzteblatt.de beim Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie hin. Rund 60 Prozent der Delirfälle würden nicht oder zu spät erkannt. Piotrowski empfiehlt deshalb eine standardisierte Risikoabschätzung. Diese sollte neben Laborwerten und der Narkosefähigkeit auch die Mobilität, die Alltagssituation sowie die eingenommenen Medikamente berücksichtigen.
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