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Ausbildung, Arbeitsmarkt und Fachkräftemangel
29.04.2026
Pflegeeinrichtungen nutzen Förderung kaum: Studie kritisiert Bürokratie
Pflegeeinrichtungen lassen Fördermittel zur internationalen Fachkräftegewinnung liegen: Bürokratie bremst vor allem kleinere Häuser aus, zeigt eine neue Studie.
Pflegeeinrichtungen lassen Fördermittel zur internationalen Fachkräftegewinnung liegen: Bürokratie bremst vor allem kleinere Häuser aus, zeigt eine neue Studie.
Eine aktuelle Studie zeigt eine massive Lücke bei der Nutzung des Förderinstruments nach § 81 SGB III zur Gewinnung internationaler Fachkräfte in der Pflege. Trotz der Wichtigkeit dieser Förderung geben 58 Prozent der Pflegeeinrichtungen an, ihre Rekrutierungen davon abhängig zu machen, doch 82 Prozent nutzen sie nicht. Besonders kleinere Einrichtungen kämpfen mit den komplexen Anträgen. Die Studie bemängelt diesen Missstand und schlägt vereinfachte Verfahren und regionale Mentoring-Programme vor, um die Hindernisse zu reduzieren, berichtet die Quelle 'www.haeusliche-pflege.net'.
Pflegekosten in Deutschland bis 2024 mehr als verdoppelt
Pflegeausgaben verdoppelt: Bis 2024 steigen die Kosten für Pflegeleistungen in Deutschland von 65 auf 135,9 Milliarden Euro, meldet das Statistische Bundesamt.
Pflegeausgaben verdoppelt: Bis 2024 steigen die Kosten für Pflegeleistungen in Deutschland von 65 auf 135,9 Milliarden Euro, meldet das Statistische Bundesamt.
Die Ausgaben für Pflegeleistungen in Deutschland haben sich zwischen 2014 und 2024 mehr als verdoppelt, meldet das Statistische Bundesamt in Wiesbaden. Während die Kosten im Jahr 2014 noch bei 65 Milliarden Euro lagen und damit ein Fünftel der gesamten Gesundheitsausgaben ausmachten, beliefen sie sich 2024 auf 135,9 Milliarden Euro, was etwa einem Viertel der Gesundheitsausgaben entspricht. Diese Entwicklung unterstreicht den wachsenden finanziellen Druck im Pflegebereich, der weit über den Anstieg anderer Gesundheitskosten hinausgeht (Quelle: www.stern.de).
Experten fordern digitales Diabetes-Management zur Schließung von Versorgungslücken
Experten fordern ein digitales DMP für Diabetes, um Versorgungslücken zu schließen und die Betreuung für 9,4 Millionen Betroffene zu verbessern.
Experten fordern ein digitales DMP für Diabetes, um Versorgungslücken zu schließen und die Betreuung für 9,4 Millionen Betroffene zu verbessern.
In Deutschland sind 9,4 Millionen Menschen an Diabetes erkrankt, wobei viele Patienten von Versorgungsbrüchen berichten, wie die Deutsche Diabetes Gesellschaft kritisiert. Um dem entgegenzuwirken, wird ein eigenständiges digitales Disease-Management-Programm (DMP) gefordert. Solch ein digitales DMP könnte eine kontinuierlichere Betreuung und Versorgung sicherstellen, vorausgesetzt, bestimmte Bedingungen werden erfüllt. Die Initiative wird insbesondere im Lichte der steigenden Zahl von Diabetikern und der aktuellen Herausforderungen im Gesundheitssystem als notwendig erachtet. Experten sehen darin eine Chance, die Versorgungslücken zu schließen und gleichzeitig das System effizienter zu gestalten. Quelle: Ärzte Zeitung.
Pflegeversicherung: Experten drängen auf rasche Reformen
Experten fordern rasche Reformen der Pflegeversicherung, um strukturelle Defizite zu beheben und das System krisenfest für die Zukunft zu gestalten.
Experten fordern rasche Reformen der Pflegeversicherung, um strukturelle Defizite zu beheben und das System krisenfest für die Zukunft zu gestalten.
Die soziale Pflegeversicherung steht vor ernsthaften Herausforderungen, die dringende Reformen erfordern. Trotz steigender Beitragssätze und wachsender Eigenanteile ist das System von strukturellen Defiziten geplagt. Die Vorstände der Krankenkassen drängen die Regierungskoalition, zügig eine weitreichende Reform auf den Weg zu bringen, die nachhaltig für die kommenden zwei Jahrzehnte Bestand hat. Zu viel Zeit dürfe nicht mehr verstreichen, um die erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen und eine krisenfeste Lösung zu finden. Das Problem, so die Experten, ist akut und bedarf entschlossenem Handeln. Diese dringliche Forderung wurde gegenüber der „Ärzte Zeitung“ deutlich gemacht.
Pflegepraxis, Organisation und Innovation
27.04.2026
„Viola“: Barrierefreies Wohnprojekt für Senioren in Bad Vilbel bis 2027
In Bad Vilbel entsteht das barrierefreie Senioren-Wohnprojekt „Viola“ mit 256 Wohnungen, geplant für 2027. Ein Begegnungszentrum ergänzt das Angebot.
In Bad Vilbel entsteht das barrierefreie Senioren-Wohnprojekt „Viola“ mit 256 Wohnungen, geplant für 2027. Ein Begegnungszentrum ergänzt das Angebot.
In Bad Vilbel entsteht das barrierefreie Wohnprojekt „Viola“, dessen Fertigstellung für Anfang 2027 geplant ist, berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Es handelt sich um 256 seniorengerechte Mietwohnungen, die von einem Unternehmen der Familie Hopp errichtet werden. Der Wohnkomplex ist vollständig barrierefrei gestaltet und bietet Einrichtungen wie befahrbare Badezimmer und stufenlose Zugänge zu Balkonen. Die Wohnungen sollen ein Leben bis ins hohe Alter ermöglichen, ohne dass ein weiterer Umzug nötig wäre. Der Frankfurter Verband für Alten- und Behindertenhilfe plant vor Ort ein Begegnungszentrum mit vielfältigen Bewegungs- und Geist anregenden Aktivitäten sowie Unterstützungsangeboten im Alltag. Die Miete orientiert sich am Neubau-Niveau von Bad Vilbel, wobei über eine Umlage von 60 Euro monatlich Serviceleistungen bereitgestellt werden. Besonders ist die Vernetzung mit weiteren Generationen, wie es in der angrenzenden Nachbarschaft der Fall ist.
Bundesministerinnen gründen „Runden Tisch“ zur Pflegeverbesserung
Bundesministerinnen initiieren "Runden Tisch" zur Verbesserung der Pflegequalität und -sicherheit mit 80 Akteuren, um Innovation und Rechte zu fördern.
Bundesministerinnen initiieren "Runden Tisch" zur Verbesserung der Pflegequalität und -sicherheit mit 80 Akteuren, um Innovation und Rechte zu fördern.
Die Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt und die Bundesfamilienministerin Renate Schmidt haben einen „Runden Tisch“ ins Leben gerufen, um die Qualität und Sicherheit in der Pflege zu verbessern, berichtet das Deutsche Ärzteblatt. Beteiligt sind etwa 80 Akteure aus Pflegebereichen. Ziel ist es, Fehlerquellen in der Pflege zu identifizieren und überflüssige Vorschriften abzubauen. Neue Wohn- und Versorgungsformen sollen gefördert werden, während ehrenamtliche Tätige stärker eingebunden und die Ausbildung auf Demenzversorgung ausgerichtet werden soll. In zwei Jahren wird eine Charta für die Rechte Hilfsbedürftiger vorgestellt werden.
Debatte um VDE-Norm: Ruf nach digitalen Notrufsystemen in Pflegeheimen
Die VDE-Norm 0834-1 entfacht Kritik: Pflegeheime sollen teure kabelgebundene Notrufsysteme nutzen, während digitale Alternativen gefordert werden.
Die VDE-Norm 0834-1 entfacht Kritik: Pflegeheime sollen teure kabelgebundene Notrufsysteme nutzen, während digitale Alternativen gefordert werden.
In Deutschland sorgt die Norm 0834-1 des VDE für Diskussionen, da sie Krankenhäuser und Pflegeheime verpflichtet, teure kabelgebundene Notrufsysteme zu nutzen. Kritiker, darunter Andreas Wedeking vom Verband katholischer Altenhilfe, fordern Bürokratieabbau und Innovationen. Unternehmer Dieter Martin beklagt, dass das zuständige Normungsgremium von Interessenvertretern dominiert wird, was alternative Anbieter benachteiligen soll. Der VDE weist diese Vorwürfe zurück und erwartet ein kartellrechtliches Verfahren. Die Schweiz ist hier bereits weiter und nutzt kostengünstige digitale Notruflösungen direkt auf Smartphones, wie Geschäftsführer Reto Weber berichtet (Quelle: www.zdfheute.de).
Ausbildung, Arbeitsmarkt und Fachkräftemangel
26.04.2026
Freistellungsklauseln in Arbeitsverträgen vom BAG als unwirksam erklärt
Das BAG erklärt pauschale Freistellungsklauseln in Arbeitsverträgen für unwirksam, um das Recht auf Beschäftigung besser schützen zu können.
Das BAG erklärt pauschale Freistellungsklauseln in Arbeitsverträgen für unwirksam, um das Recht auf Beschäftigung besser schützen zu können.
Das Bundesarbeitsgericht hat entschieden, dass eine Klausel in einem Standardarbeitsvertrag, die es Arbeitgebern erlaubt, Arbeitnehmer nach einer Kündigung bis zum Ablauf der Kündigungsfrist ohne weitere Bedingungen freizustellen, unwirksam ist. Diese Praxis wurde bisher oft genutzt, um Störungen im Betrieb zu verhindern. Die Richter betonten, dass solche Freistellungen mit dem verfassungsrechtlich verankerten Recht des Arbeitnehmers auf Beschäftigung kollidieren können, da diese einseitige Freistellung den Arbeitnehmer unangemessen benachteilige. Allerdings bleibt das gesetzliche Recht zur Freistellung weiterhin bestehen, so dass Arbeitgeber im Einzelfall eine gerechtfertigte Freistellung aussprechen können. Diese Änderung im Umgang mit Standardklauseln erfordert eine stärkere Berücksichtigung individueller Interessen, wobei das Recht auf Einzelfallentscheidungen bestehen bleibt. Dies könnte insbesondere bei Profisportlern oder Bühnenkünstlern, die auf Fortführung ihrer Aktivitäten angewiesen sind, von Bedeutung sein. Quelle: F.A.Z.
Pflegekosten übersteigen Rente: Belastung für Senioren steigt deutlich
Die Pflegekosten übersteigen die Standardrente. Senioren müssen im Schnitt 3245 Euro im Monat aus eigener Tasche zahlen, was die finanzielle Belastung deutlich erhöht.
Die Pflegekosten übersteigen die Standardrente. Senioren müssen im Schnitt 3245 Euro im Monat aus eigener Tasche zahlen, was die finanzielle Belastung deutlich erhöht.
Die Pflegekosten sind in den letzten Jahren erheblich gestiegen, und Pflegebedürftige müssen im Bundesdurchschnitt mittlerweile im ersten Heimjahr rund 3245 Euro monatlich selbst aufbringen. Dies übersteigt die Standardrente von etwa 1800 Euro deutlich. Auch bei erhöhter staatlicher Unterstützung bleiben die Eigenanteile hoch. Betroffene müssen sowohl Rente als auch Vermögen einbeziehen, um die Kosten zu decken. Wenn diese nicht ausreichen, kommt das Sozialamt „Hilfe zur Pflege“ mit einem Schonvermögen von 10.000 Euro für Alleinstehende ins Spiel. Durch frühzeitige Planung kann Vermögen, inklusive Immobilien, geschützt werden. Fachanwälte raten, die Nachfolgeplanung und einen möglichen Sozialhilfeantrag gut vorzubereiten. Ein Berliner Testament könnte nachteilig sein, während ein sogenanntes Bedürftigen-Testament, das den pflegebedürftigen Partner als Vorerben einsetzt, oft vorteilhafter ist. Eine private Pflegezusatzversicherung kann finanzielle Lücken schließen und staatliche Eingriffe vermeiden. (Quelle: F.A.Z.)
Finanzlücke in Krankenkassen: 66 Reformvorschläge zur Abwendung
Gesundheitsministerin Warken präsentiert 66 Reformvorschläge, um eine drohende Finanzierungslücke bei den Krankenkassen von bis zu 40,4 Milliarden Euro zu schließen.
Gesundheitsministerin Warken präsentiert 66 Reformvorschläge, um eine drohende Finanzierungslücke bei den Krankenkassen von bis zu 40,4 Milliarden Euro zu schließen.
Der jüngste Bericht der „Finanzkommission Gesundheit“ unter Leitung von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) warnt vor einer deutlichen Finanzierungslücke bei den gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland. Ab 2027 wird mit einer Deckungslücke von 15,3 Milliarden Euro gerechnet, die bis 2030 auf 40,4 Milliarden anwachsen könnte. Zur Abwendung dieser Defizite wurden 66 Reformvorschläge präsentiert, darunter die Reduzierung von Überversorgungen in bestimmten Bereichen, die Erhöhung der Tabaksteuer sowie das umstrittene Thema der Abschaffung der beitragsfreien Ehegattenversicherung. Überraschenderweise spielen Maßnahmen zur Kostensenkung durch moderne Technologie in diesen Vorschlägen eine untergeordnete Rolle. Dies ist laut der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z.) eine Domäne der Ingenieurskunst. Das vom Verein Deutscher Ingenieure (VDI) vorgelegte Papier zeigt Potentiale von Künstlicher Intelligenz und Robotik zur Verbesserung der Effizienz im Gesundheitssystem auf, wobei jedoch Bedenken hinsichtlich der praktischen Umsetzung bestehen. (Quelle: F.A.Z.)
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