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Angehörigenpflege: Studie beziffert Arbeitszeitverlust 2026 auf rund 184.000 Vollzeitstellen

Eine Studie der Bertelsmann Stiftung und der Prognos AG beziffert den pflegebedingten Arbeitszeitverlust in Deutschland für 2026 modellhaft auf ein Volumen von rund 184.000 Vollzeitstellen.

Gemeint sind keine gestrichenen Arbeitsplätze, sondern entfallende Arbeitsstunden, weil Menschen mit Pflegeverantwortung ihre Erwerbstätigkeit einschränken oder aufgeben. Besonders betroffen sind Frauen.

Frauen schränken ihre Erwerbsarbeit häufiger ein

Im Jahr 2023 pflegten rund 4,6 Millionen Menschen im Erwerbsalter in Deutschland andere Menschen. Viele Betroffene reduzieren deshalb ihre Arbeitszeit oder geben ihren Beruf vorübergehend ganz auf.

Laut Studie sind die Einschränkungen zwischen den Geschlechtern ungleich verteilt. Rund 63 Prozent der Pflegenden sind Frauen. Sie wenden durchschnittlich sechs Stunden pro Woche mehr für die Pflege auf als Männer und reduzieren ihre Arbeitszeit häufiger und früher, wenn sie Pflegeverantwortung übernehmen.

Michaela Hermann, Arbeitsmarktexpertin der Bertelsmann Stiftung, führt die ungleiche Verteilung auch auf die berufliche Ausgangslage zurück. Frauen arbeiteten oft bereits in Teilzeit und verdienten weniger als ihre männlichen Partner. Wenn Paare entschieden, wer die Pflege übernehme, falle diese Aufgabe deshalb wahrscheinlicher an Frauen. Beanspruche die Pflege mehr als zehn Stunden pro Woche, stiegen Frauen nach Hermanns Aussage oft aus dem Beruf aus.

Modellrechnung bis 2045

Die Prognosen beruhen auf Modellrechnungen. Sie beschreiben, wie sich die Situation entwickeln könnte, wenn sich die bisherigen Bedingungen und Verhaltensmuster nicht wesentlich ändern.

Unter dieser Voraussetzung könnte die Zahl der Menschen im Erwerbsalter mit Pflegeverantwortung bis 2045 auf etwa 6,4 Millionen steigen. Für 2045 weist das Szenario zwischen 580.000 und 779.000 Frauen aus, die wegen der Angehörigenpflege weniger oder gar nicht berufstätig sein könnten. Bliebe die bisherige Verteilung bestehen, würden etwa drei Viertel des gesamten errechneten Arbeitsvolumenverlusts auf Frauen entfallen.

Stiftung empfiehlt flexible Arbeitsmodelle

Die Bertelsmann Stiftung sieht Politik und Arbeitgeber in der Verantwortung. Unternehmen sollten Beschäftigten, die Angehörige pflegen, flexiblere Arbeitszeiten und nach Möglichkeit Homeoffice anbieten.

Quellen und weiterführende Informationen

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