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Pflegepolitik & Recht

Bayern fordert rasches Bundeskonzept für die Pflegereform

Die Bayerische Staatsregierung fordert vom Bund möglichst rasch ein Konzept für eine nachhaltige, zukunftsfeste und generationengerechte Pflegereform.

Der neue Bericht zur Pflegeversorgung nennt als Ziele dauerhaft stabile Finanzen und eine stärkere häusliche Pflege. Bis 2050 könnten in Bayern bis zu 980.000 Menschen pflegebedürftig sein.

Das Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention legte den Bericht am Dienstag dem Ministerrat vor. Nach Auffassung der Staatsregierung sind eine dauerhafte Stabilisierung der Pflegeversicherung und eine Stärkung der häuslichen Pflege notwendig. Konkrete Vorschläge für die geforderte Struktur- und Finanzreform soll die Pflegestrukturkommission des Bundes erarbeiten.

Bis zu 980.000 Pflegebedürftige im Jahr 2050 prognostiziert

Ende 2023 lebten in Bayern 631.000 Pflegebedürftige. Für 2050 werden bis zu 980.000 prognostiziert. Das entspräche einer Zunahme um bis zu 349.000 Menschen oder rund 55 Prozent.

Die aktualisierte Prognose erstellte das IGES Institut im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit, Pflege und Prävention. Grundlage war eine Evaluation der bisherigen Pflegebedarfsprognose. Dabei verglich das Institut die ursprünglichen, auf der Pflegestatistik 2017 basierenden Modellszenarien mit der tatsächlichen Entwicklung bis 2023.

Im Basisszenario hatte die bisherige Prognose die tatsächliche Entwicklung bei Personen mit Pflegegeld um 35 Prozent unterschätzt. Bei Pflegebedürftigen mit Pflegegrad 1 lag die Unterschätzung in allen berechneten Szenarien bei 84 Prozent.

Land verweist auf Förderung häuslicher und stationärer Angebote

Rund 83 Prozent der Pflegebedürftigen in Bayern werden zu Hause betreut und versorgt. Das Landesprogramm GutePflegeFöR soll insbesondere die häusliche Pflege und pflegende Angehörige entlasten. Seit 2023 wurden rund 80 Anträge mit einer Gesamtfördersumme von 18,7 Millionen Euro bewilligt.

Über das Programm PflegesoNah wurden von 2020 bis 2025 fast 8.900 Pflegeplätze geschaffen oder modernisiert. Gefördert wurden unter anderem mehr als 1.900 Plätze in Tagespflegeeinrichtungen, rund 620 Pflegeplätze in ambulant betreuten Wohngemeinschaften, mehr als 4.900 Pflegeplätze in Pflegeheimen und 320 Kurzzeitpflegeplätze.

Nach Angaben der Staatsregierung stieg die Zahl der Auszubildenden in der generalistischen Pflegeausbildung 2026 um rund zehn Prozent. In der Pflegefachhelferausbildung nahmen die Schülerzahlen um 13 Prozent zu.

Erste Reformvorschläge für Ende Januar 2027 vorgesehen

Das Bundeskabinett berief die Pflegestrukturkommission am 14. Oktober 2026. Nach Angaben des Bundesministeriums für Gesundheit soll sie die Ausgabenentwicklung der sozialen Pflegeversicherung analysieren und Maßnahmen für eine nachhaltige und bedarfsgerechte Finanzierung empfehlen.

Die Reformvorschläge sollen zudem die häusliche Pflege stärken und dazu beitragen, den Beitragssatz zur sozialen Pflegeversicherung bis in die Jahre nach 2030 stabil zu halten. Erste Vorschläge sind für Ende Januar 2027 vorgesehen.

Auf Grundlage der noch ausstehenden Empfehlungen soll eine Strukturreform auf den Weg gebracht werden. Sie soll zum 1. Juli 2027 in Kraft treten.

Quellen und weiterführende Informationen

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