Wie Care vor9 berichtet, betreffen die Kündigungen die Hälfte der Woinem-Belegschaft. Die 22 Mitarbeiterinnen betreuen rund 400 Kunden, darunter 50 Menschen mit Pflegegrad 1; fast alle übrigen haben Pflegegrad 2 oder 3. Geschäftsführer Björn Vogler sagte dem Medium, der Dienst habe so den Rest des Teams schützen müssen. Der Fall belegt allerdings noch keine branchenweite Entwicklung.
Bei unveränderter Umsetzung der Reform rechnet Vogler bis Ende Februar mit rund 120.000 Euro Personalkosten, die nicht refinanziert würden. Nach Angaben von Care vor9 soll der monatliche Entlastungsbetrag von 131 Euro zum 1. Januar 2027 entfallen; für Menschen mit Pflegegrad 1 ist kein Ersatz vorgesehen. Für höhere Pflegegrade soll ein Sozialraumbudget entstehen, auf das ambulante Pflegedienste nicht mehr unmittelbar zugreifen können. Nach Darstellung der Caritas dürften Pflegedienste Unterstützungsangebote wie Begleitungen zu Arztpraxen und Ämtern oder Hilfen beim Einkaufen und Wohnungsputz ab diesem Datum nicht mehr anbieten.
Union und SPD streiten weiter über die Finanzierung. Caritas und der katholische Verband VKAD warnen vor Stellenabbau und Versorgungslücken. Der Bundesverband sozialer Dienste privater Anbieter warnt, bis zu 50.000 Arbeitsplätze in der Betreuung könnten wegfallen. Am Tag der Debatte wollen ambulante Pflegedienste und Tagespflegen mit mehr als 200 Fahrzeugen in Düsseldorf demonstrieren. Die Linke bringt einen Antrag zum Erhalt des Entlastungsbetrags ein.